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darauf dasselbe wieder, nachdem er sich von Maria und
ihrer Tante verabschiedet hatte. „Also bis morgen!“ rief
et heiter beim weggehen und jede der Frauen deutete diesen
Ausspruch des Scheidenden nach ihrem Sinne; Dora aber
gab er ganz besonders zu denken.
Die Vorkommnisse des Tages hatten nicht unterlassen,
eine augenfällige abspannende Wirkung auf das Gemüth des
sonst so überlegten und entschlossenen Mädchens zu üben;
frühzeitig zog es sich mit Maria in die Einsamkeit ihres
Schlafgemachs zurück, und hier machte sich der tiefe Schmerz
in ihrer Brust ungestört und ungesehen an dem Herzen der
Freundin Luft und dieser gelang es nur schwer, durch Worte
Hebevollen Trostes und innigster Theilnahme lindernden
Balsam in die Wunde zu träufeln, welche das Schicksal
einem so treu und innig liebenden Herzen geschlagen hatte.
Dora verschwieg kein Wort, das sie mit Flemming aus—
getauscht hatte und leise und lange besprachen sich die
Freundinnen, bis der Schlaf sich wohlthätig auf ihre Augen—
lider niedersenkte. Glücklich der Mensch, dem der Schlaf
noch als Bote der Ruhe und des Friedens sich naht; der
in seinen Armen Kraft und Stärkung findet für die Sorgen
und Mühen des Lebens, die am folgenden Morgen aufs
neue ihn erwarten. Kommt auch zuweilen der Traumgott,
den müden Geist in das Reich seiner Schattengestaltungen
einzuführen und durch Bilder bald zu erfreuen oder zu
erschrecken, welche das wachende Auge noch niemals gesehen
und von deren Mannigfaltigkeit und Wechsel die lebendigste
Phantasie eines Lebenden keine Ahnung hat, sie sind alle
verschwunden, ob sie schön oder unschön waren, sobald der
erste erweckende Strahl in das Auge des Träumers sich
senkt. Vor der kalten Wirklichkeit trelen alle Gebilde zurück,
die einer Fata Morgana gleich den Geist befangen hielten,
auf seiner Wanderung durch die unendlichen Sphären des
Traumgebiets. Nichts ist mehr von ihnen vorhanden als
oft nur eine blasse Ahnung und auch die ist verschwun—
den, sobald unsere Sinne wieder in volle Thätigkeit ein—
getreten sind.