Full text : Feierabend-Stunden

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Gefangenen in die Freiheit hinaus; er darf nur über das
wann vestimmen und — Gefahr ist keine dabei, weder für
mich noch für ihn, wenn es ihm nur gelingt, nachher nicht
mehr seinen Verfolgern in die Hände zu fallen. Aber auch
dafür läßt sich Sorge tragen. Also hören Sie, Dora ..
Moaria wird es fertig bringen, daß Sie Ihren Verlobten
sprechen; ich theile Ihnen noch Näheres mit. Versuchen
Sie es, ihn zu der Flucht zu bestimmen, dann wird sich
clles Ändere von selbst finden. Aber, wie gesagt, es ist
keine Zeit mehr zu verlieren.“
Dora vermochte nicht sofort zu antworten, denn es hielt
ihr schwer, einen Entschluß von solcher Tragweite zu fassen.
Handelte es sich doch um die Freiheit ihres geliebten Fried⸗
uͤch oder um noch größeres Unglück über ihn und auch über
Diejenigen, welche die Hand dabei im Spiele hatten und
ferner um die Ehre und Eristenz ihres Oheims Siegfried,
bei dem sie so liebevolle Aufnahme gefunden und der, in
jedem Falle — der Fluchtversuch möge gelingen oder nicht
gelingen, in einem sehr nachtheiligen Licht stehen würde.
Das Alles sagte sich in diesent Augenblicke das Mädchen,
doch da erschien ihm wieder das schreckliche Bild von
heute Morgen, wie der Gefängnißwärter höhnend vor ihrem
Geliebten stand, während die schnaubende Dogge den am
Boden Liegenden an der Gurgel, gepackt hielt und die Angst
und Sorge um ihn gewannen die, Oberhand.
„Ja, Herr Flemming, ich will es versuchen, Friedrich
mit dem Plan einer Flucht vertraut zu machen, wenn ich
Gelegenheit hierzu habe. Sie haben Recht — er muß fort,
—VDDD—— Mutter werden ihm dann
bald folgen.“
Flemming drückte der Freundin die Hand. Er versicherte
nochmals, daß Niemanden Gefahr laufe bei der Flucht, daß
fie auch vollkommen gelingen und zum guten Ziele führen
werde. Für den kommenden Morgen versprach er,
Dora den Beweis zu liefern, daß er auch auszuführen ver⸗
möge, was zu vollbringen er ihr zugesagt habe. Damit
begleitete er die Freundin in das Haus und verließ bald
            
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