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auf sich zu laden. Es stand ja früher in seiner Hand, sich
We Uatersuchung zu entziehen, aber er wollte es nicht,
weil...“
„Weil er keine Ahnung davon hatte, daß auch in der
Untersuchungshaft ein Mensch zu Tode gequält werden kann,
wie es dem ?edlen Pfarrer Weidig und so vielen Andern
ergangen ist“, fiel ihr Flemming ins Wort ... „Ich werde,
ich muß mit Bartholdy reden ... Er muß fort von hier;
das freiwillige Exil ist doch immer dem Kerker vorzuziehen;
find Sie nicht auch dieser Meinung, Fräuleiu Dora?“
„Ja, seit' heute bin ich es“, entgegnete die Gefragte ..
„Aber was kann das an der Sache aͤndern?“ setzte sie traurig
hinzu. Das schreckliche Bild von diesem Morgen schwebte
dem gequälten Mädchen wieder frisch vor der Seele.
Auf einige Augenblicke ward Maria abgerufen. Dora
und Flemming befanden sich allein. Letzterer bat die Freundin,
bei der nächsten Gelegenheit einer Besprechung mit Bartholdy
diesen zu einer Flucht überreden zu wollen; erkläre sich der—
selbe damit einverstanden, dann läge es in seiner — in
Flemmings Hand, ihn aus dem Kerker zu entführen, ohne
die geringste Befahr und ohne daß jemals irgend eine Seele
eiwas davon erführe, wie und auf welche Wrise sich die
Flucht vollzogen habe. „Nur noch wenige Tage bin ich
hier“, fügte er schließlich hinzu, ‚„und wenn ich erst fort bin
Ind der deue Director sein Regiment angetreten haben wird,
dann wird die beste Zeit hiezu vorüber sein. Darum über⸗
legen Sie die Sache reiflich, — so lange ich helfen kann,
bin ich mit Freuden dazu bereit!“
„Aber —“ entgegnete Dora zögernd, „angenommen,
Friebrich wollte sich zur Flucht verstehen, wie wollten und
sonnten Sie zu derselben vehülflich sein, ohne daß Sie sich
selbst und den Gefangenen in neue und schwerere Gefahren
stürzten?“
Da erhob Flemming sich von seinem Sitz und dicht vor
das Mädchen hintretend sprach er ernst und bestimmt:
„Was ich Ihnen gesagt habe, ist meine volle Ueber⸗
zeugung und jede Stunde in der Nacht führe ich den