Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

34.

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J

Militair⸗Verhältnisse. 371
Außerdem werden zur Completirung der Handwerks-⸗Abtheilungen im
Falle einer Mobilmachung des 8. Armee-Corps gestellt:
11 Schneider und
10 Schuhmacher.
Diese Tabellen (J und II) ergeben zunächst rücksichtlich derjenigen Pe—
rioden, für welche solche statistische Ermittelungen für den ganzen Staat und
die Provinzen angestellt worden sind (Statistische Zeitschrift Seite 65 u. f.),
daß der Kreis Merzig in der Kriegstüchtigkeit nicht zurückbleibt; vielmehr die—
selbe sich noch besser gestaltet (3,0 resp. 4,6 auf 1000 Seelen), als im gan—
zen Staate und der Rhein-Provinz (s. Tabelle J. und II.). Der Kreis
Merzig hat daher auch fast alljährlich mehr, als sein Contingent nach der
Bevölkerung betrug, stellen müssen (Tabelle VI).
Die Provinz Westphalen ist deßwegen mit in den Vergleich gezogen
worden, weil dort die Ersatzpflicht erst mit dem 21. Lebensjahre beginnt.
Es ist dadurch in der Periode 1855/58 ein günstigeres Resultat (4,6 pro
1000), als in den übrigen Provinzen, erzielt worden, während 186062 die
Provinz eben nur dem Durchschnitt des ganzen Staats gleichkommt und
hinter der Rhein-Provinz zurückbleibt.
Was den Vergleich der Kriegstüchtigkeit nach Jahrgängen betrifft, so
scheint dieselbe sich von 1849 (180) bis 1858 (99) vermindert zu haben
Tabelle IV). Diese Abnahme ist jedoch nur scheinbar und offenbar von
der milderen oder strengeren Beurtheilung der Ersatz-Commissionen bedingt ge—
wesen, welche sich wieder nach dem Bedürfniß der Armee gerichtet hat. Aus
diesem Grunde hat nach der Reorganisation die Zahl der tauglich Befunde
nen sofort erheblich wieder zugenommen und sich dann allmälig wieder ver—
mindert (Tabelle VI). Die Zahl der Tauglichen im Kreise war 184952
— 142; 186364 — 119; 1855/68 131; 186064 - 120.
Die geringste Zahl 18837 — 105; die höchste 1849 — 180.
Bestimmter gestaltet sich die Tauglichkeitsziffer in den einzelnen Gegenden
 des Kreises je nach der Lebens und Beschäftigungs-Art der Bewohner.
Die Bürgermeistereien Wadern und Hilbringen haben die beste Ziffer
(42 pro 1000); die Burgermeisterei Mettlach die schlechteste (2,9), conf.
Tabelle III.
In diesem (Fabrik-) Districte hat bei der bedeutendsten Zunahme der
Bevölkerung die Kriegstüchtigkeit constant abgenommen (conf. Tabelle V).
Ein Vergleich der einzelnen Jahrgänge und der Bürgermeistereien in der—
selben untereinander, welcher in dieser Beziehung noch eclatantere Resultate
ergeben würde, erscheint, weil diese doch nur in größere, als Jahresperioden
 von dem Einfluß von Zufälligkeiten fur frei erachtet werden können,
nicht zulässig.

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