Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

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Bergbau, Hüttenwesen, Fabrikindustrie und Handwerke. 236
Die übrigen Gypsbrüche (Menningen, Fickingen, Mondorf) sind von
geringerer Bedeutung; sie mögen zusammen etwa 5000 CEtnr. liefern, so daß
die Gesammt-Production auf etwa 40,000 Centner jährlich zu stehen käme.
Kalkbrüche sind auf allen Gemarkungen des Kalkbodens vorhanden.
Da Sandstein genug zum Bauen vorhanden ist, so werden die meisten
Kalksteine nur zum Brennen von Kalk gebrochen, was größtentheils auf den
in der Nähe der Brüche gelegenen Oefen geschieht. Ein Theil der Kalksteine
wird jedoch auf entferntere, auch außerhalb des Kreises belegene Kalköfen
derfahren.
Kalköfen sind 25 bis 30 vorhanden, die aber nicht sämmtlich alle Jahre
und gleichmäßig brennen (1888 — 28, 1861 23) sondern nach Bedürf⸗
aiß stärker und schwächer, oder ganz pausiren. Am meisten Kalk wurde da⸗
her während des Baues der Saarbrücken-Trierer-Eisenbahn gebrannt. Einige
Defen brennen nur zum eigenen Bedarf der Eigenthümer (Dungkalk). Die
m besten Betriebe befindlichen Oefen machen jährlich 70-80 Brände zu etwa
50 Tonnen.
Im Ganzen werden im jährlichen Durchschnitt etwa 100,000 Tonnen
Kalk gebrannt.
Der Preis pro Tonne ist 10 bis 15 Sgr.
Ziegeleien waren 1864 — 11 vorhanden, wovon 9allein in der
Bürgermeisterei Hilbringen.
Jede dieser Hütten macht jährlich im Durchschnitt 10 Brände à 30,000
Stück Dachziegel (Bieberschwänze oder Hohlziegel); diese wiegen 60,000 Ppfd.
and bedürfen 12,000 Pfund Kohlen an Brand (Verhältniß des Feuerungsmaterials
 zur Waare also — 1: 5). Backsteine (Mauerziegel) werden in
der Regel nicht besonders gebraunt, sondern den Dachziegeln im Brennofen
als Decke gegeben, so daß jeder Ofen einige 1000 Dachziegel weniger und
dafür so viel Backsteine enthält. Letztere werden meist nur zu Zwischenwän⸗
hen und Schornsteinen verwendet.
Die 11 Ziegeleien des Kreises liefern jährlich etwa 3 Millionen Dach—
—E innerhalb des Krei⸗
es oder in die benachbarten Gemeinden der Kreise Saarburg, Saarlouis
ind das angrenzende Frankreich verkauft werden. — Der Preis ist bei Zie—
Jel wie Backsteinen 4 Thaler pro Mille, also der Werth der ganzen Pro⸗
huction ⸗ 13,200 Thlr. Da jeder Brand à 30,000 Stück 120 Centner
Kohlen erfordert, so werden also im Ganzen auch 13,200 Centner Kohlen
oerbraucht, welche, incl. Fuhrlohn etwa 6 Sgr. der Centner im Durchschnitt,
im Ganzen also 2640 Thlr. kosten. Der Ziegler erhält 1 Thlr. 10 Sgr.
Lohn pro 1000 Ziegel. Der Lohn der Ziegler beträgt daher 4400 Thlr. im
Ganzen. Diese beiden Ausgabe-Posten zusammen von dem Werthe der
Waare abgezogen, läßt 6160 Thaler, welche nach Abzug der sonstigen Un—
            
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