Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

XII. Bergbau, Hüttenwesen, Fabrikindustrie und
Handwerke.

A cber die im Kreise vorkommenden Mineralien enthält bereits der Ab—
schnitt II. S. 8 allgemeine Angaben.
Bergmännisch ausgebeutet werden zur Zeit nur Braunstein zu Crettnich
und Gyps zu Merzig.
In dem Braunsteinbergwerke zu Crettnich pflegen 25 bis 30 Ar—
beiter das Jahr hindurch beschäftigt zu werden und etwa 700 Centner Braun⸗
ftein jährlich zu Tage zu fördern. Der Reingewinn der Actionaire wurde
auf 6 bis 800 Thaler jährlich geschätzt. Indessen hat Ausbeute und Ertrag
in den letzten Jahren abgenommen, da früher mehrfach Raubbau Statt
gefunden hat. —
Von den zwei bergmännisch betriebenen Gypsgruben bei Merzig
fördert:
1) v. Fellenberg jährlich 25 bis 30,000 Centner,*) wovon nur etwa der
zehnte Theil als Dunggyps verwendet, der. Rest zu Bau- und Form—
gyps gebrannt wird. Das Brennen geschieht in 2 Oefen, deren jeder
etwa 200 Centner hält. An Steinkohlen werden jährlich etwa 1500
Lentner verbraucht.
Seiler 4500 bis 5000 Centner, wovon etwa die Hälfte als Dunggyps,
die Hälfte als Baugyps verwendet wird.
Dieser Stollen ist noch nicht in so schwunghaftem Betriebe, als der
erstere, auch wird das Brennen weniger fabrikmäßig betrieben.
Die Preise stellen sich pro Center
Dunggyps Baugyps
on gros on détail en gros en dẽtail
zu 1. 414 Sgr. 5 Sgr. 5 Sgr. 6 Sgr.
zu 2. 293 Sgr. 4 Sgr.

2

) Der Stollen hat 135 Länge bis zum Anfang des Gypsfelsens; ein ausgemauer—
er Stollen von 70 Höhe dient zur Abführung des Pulverdampfs.
            
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