Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

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Forstwirthschaft.
mäßig gehalten sind und eine Gefährdung der Nachhaltigkeit im Einschlage
airgendwo befürchten lassen.
Hiernach werden von den oben angegebenen 24,819 Morgen Gemeinde⸗
waldungen des Kreises Merzig gegenwärtig bewirthschaftet: 15,846 Morgen
m Hochwald⸗, 3710 Morgen im Mittelwald- und 5263 Morgen im Nie⸗
derwaldbetriebe. (24,819 Morgen.)
Für die Hochwaldbestände ist im Allgemeinen ein 120jähriger Wirth⸗
schaftsturnus zu Grunde gelegt, wie er der Buche, die in demselben durch⸗
weg die bei Weitem dominirende Holzart bildet, unter den hiesigen Boden—
und klimatischen Verhältnissen anerkannter Weise am meisten entspricht; es
st jedoch, da fast in sämmtlichen Gemeindewaldungen ein durchweg richtiges
Altersklassen⸗Verhältniß der Hochwaldbestände dermalen noch nicht besteht,
zur Erreichung eines solchen in vielen Fällen unvermeidlich, daß ebensowohl
schon Bestände in jüngerm Alter (80- bis 100jährig) zur Abnutzung kommen
müssen, als andere über den festgesetzten Turnus hinaus ein Alter von 140
bis 160 Jahren erreichen, wobei auch namentlich die Rücksicht auf den Mi—
chungsgrad von eingesprengten Holzarten maßgebend sein mußte. Wo da—
zegen die Eiche die dominirende Holzart bildet, ist der Turnus nicht unter
50 Jahren bestimmt, da diese Holzart unter den localen Verhältnissen ihre
allseitige Brauchbarkeit zu Nutzholz nicht früher zu erreichen vermag.
Die Nadelhölzer dagegen, die zwar bisher in die Gemeindewaldungen
des hiesigen Kreises der von ihnen eingenommenen Fläche nach nur von un—
—DVV— nunmehr aber eine weit größere Ausdehnung,
als früher, nothwendigerweise erlangen müssen, weil leider sehr viele frühere
Laubholzbestände durch übertriebene Streunutzung so sehr deteriorirt worden
sind, daß eine Nachzucht des Laubholzes nicht mehr möglich wird, wenigstens
aicht ohne vorübergehenden Anbau mit Nadelholz, werden in einem 80jähr.
—E0—— durchweg eine hin⸗
ceichende Haubarkeit und scheint überdieß namentlich die Fichte ein höheres
Alter hierorts kaum zu vertragen. Aber auch hier werden, wie bei dem Um—
rriebe der Buche bereits erwaͤhnt, Abweichungen von diesem Umtriebsalter
vorkommen müssen, wenn anders der Zweck möglichst richtiger Altersklassen
aicht verfehlt werden soll.
Als Umtrieb in den Mittelwaldungen ist durchweg der 25jährige, im
Unterholze, wie er für die dominirenden Holzarten (Buchen, Hainbuchen,
Birken) nach forstwirthschaftlichen Lehren als zweckentsprechend bezeichnet wer⸗
zen darf, festgehalten; für das Oberholz ein 120 150jähriger, je nachdem
in demselben die Buche oder die Eiche mehr oder weniger dominirt.
Die Niederwaldungen bestehen fast ausschließlich aus Eichenschälwal⸗
dungen, und da es in solchen wesentlich darauf ankommen muß, den Umtrieb
so festzusetzen, wie er den größten Ertrag an guter Spiegelrinde zu liefern

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