Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

208 Ackerbau, Viehzucht und Forstwirthschaft.
Quantum berechnet sich daher bei einem Zuflusse im betr. Bache oder Zulei—
tungsgraben von durchschnittlich 1 Cubikfuß in der Secunde auf (60 mal
60 mal 24 mal 132) 1,140,480 Cubikfuß. Damit könnten also nach obiger
Berechnung und Annahme etwa 1000 Morgen ausreichende Feuchtigkeit er—
halten.

Theilt man nun dieß Wasser-Quantum auf die Bewässerungszeit ein,
so ergibt sich als erforderlicher Wasserzufluß, um 1 Morgen Wiese in der
angegebenen Art (d. h. in 132 Tagen abwechselnd immer die Hälfte) bewäs⸗
jern zu können, in der Secunde gleich Oooa, in der Minute gleich O,os, in
der Stunde gleich 3,6, in 24 Stunden gleich 86,4 CEbkf. oder etwa 22 Fuder
Wasser (1 Fuder gleich 32 Cbkf.). Diese Berechnung bezieht sich nur auf
einen laufenden Zufluß, dessen Wasser nur an 132 Tagen des Jahres zur
Bewässerung benutzt werden kann, an den übrigen 233 Tagen aber ungenutzt
oorbeifließen, (von der Benutzung zu andern — gewerblichen — Zwecken ist
hier nicht die Rede). Kann man aber den ganzen Jahreszufluß eines Wasferlaufs
 für die Bewässerung nützen, indem man ein Bassin (Weiher) damit
füllt und aus diesem nur periodisch an den üblichen Bewässerungstagen das
erforderliche Wasser abläßt, so genügt ein sehr viel kleinerer Zufluß. 1 Cbkf.
Zufluß pro Secunde würde im Jahre schon 31,536,000 Ebtf. Wasser im
Bassin ergeben, und wenn man das Bedürfniß auf 11 -12000 Cbkf. pro Mor⸗
gen annimmt, damit also wenigstens 2600 Morgen bewässert werden könunen,
wobei die Verdunstung im Bassin schon berücksichtigt ist. Ein fortdauernder
Zufluß von 1/2800 oder Ooooa Ebkf. pro Secunde würde also schon genügen, um
einen Mrg. Wiese mittelst eines Bassins das Jahr über ausreichend zu bewässern.
Indem wir angenommen haben, daß einem Morgen Wiese nur 10 —
12000 Cubikf. Wasser das Jahr über zugeführt werden müssen, um ihm die
nöthige Feuchtigkeit zu geben, wird dabei allerdings vorausgesetzt, daß dieses
ganze Wasserquantum in den zu bewässernden Boden einzieht und kein noch
so geringer Theil verloren geht. So geschieht es mit dem Regenwasser,
dessen Niederschlag sich bei uns auf durchschnittlich 181 Tage vertheilt (.
S. 15), daher in geringeren Mengen auf ein Mal dem Boden zukommt und
daher besser aufgesaugt werden kann; und eben so geschieht es bei den Be—
wässerungs-Anlagen in Spanien, wo vermöge horizontaler Lage des Bewäs—
serungs-Terrains und aufmerksamer Vertheilung des gekauften Wassers das
letztere ganz dem zu bewässernden Areal erhalten bleibt. — Um dieß zu er—
reichen, ist daher eine sehr sorgfältige Anlage mit horizontalen Bewässerungs⸗
rinnen und ebenfalls fast horizontaler oder terrassenförmiger Lage des Ter—
rains und je nach der größern oder geringern Durchlässigkeit des Bodens
eine Vertheilung der Bewässerung auch auf mehr als 66 Tage erforderlich,
damit weniger Wasser auf ein Mal zufließt. Da nun eine so vollkommene
Anlage schwer herzustellen und man hier auch nicht gewöhnt ist, während
            
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