III. Clima.
Da⸗ Clima des Kreises Merzig ist kein gleichmäßiges. Im Saar- und
Haustadter⸗Thale gehört es zu den mildesten der Monarchie, während die
hoher gelegenen Theile, besonders nach dem Hochwalde zu, eine viel geringere
Durchschnitts- Temperatur haben. Ein Vergleich der hier gemachten meteoro⸗
logischen Beobachtungen mit denen, welche das Königliche meteorologische In—
stitut zu Berlin auf 75 Stationen für die ganze Monarchie anstellt, wird
dies näher darthun. *)
Die Beobachtungen des Instituts bestätigen zunächst die bekannten Sätze:
l. daß die Temperatur im allgemeinen von Süden nach Norden und von
Westen nach Osten abnimmt (Arys in Ostpreußen 140, am Rhein
5 Frosttage im Mittel);
daß hoch gelegene Punkte eine geringere mittlere Jahreswärme haben,
als tief liegende (in der Regel für 10000 etwa 11 -20 Unterschied);
daß der Unterschied des größten und kleinsten Werths der mittleren
Monatswärme in verschiedenen Jahren wesentlich durch das Vor—
walten einer bestimmten Windesrichtung bedingt wird, und überhaupt
im Winter größer ist, als im Sommer (größter beobachteter Unter⸗
schied im December 13,30);
daß nach mildem Winter in Folge der Zuströmung kalter Luft aus
nördlichen und östlichen Gebieten gewöhnlich eine plötzlich starke Ab—
kühlung folgt, welche ziemlich regelmäßig in den Anfang Mai und
und in den Juni fällt, und je weiter nach Westen desto geringer wird.
3.
x*) Die speciellen Angaben für unsern Kreis sind den Beobachtungen des Dr. Ben⸗
riger zu Merzig von 18503 bis 1864, und des Bürgermeisters Wahl zu Wadern von
1855 bis 1864 zu verdanken. Die übrigen Daten sind Engels' Jahrbuch der Statistik
des Preußischen Staates (Jahrgang 1863) entnommen.