Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

29

ud

d,
J

X

9

.

en
V

*

Wiesen. 189
mals ohne Zwang gegen Einzelne ausgeführt werden. Die französische Ge—
setzgebung hatte dieß schon vorgesehen. Das Gesetz vom 14 floreal J. XI.
(4. 5. 1803) beauftragte die Präfecten, wegen der erforderlichen Räumung und
Unterhaltung der Privatflüsse und Gräben Anordnungen zu treffen.
Das Gesetz vom 16. Sept. 1807 und Decret vom 30. Sept. 1811
derpflichtt die Gemeinden zur Trockenlegung von Sümpfen und sumpfigen
Ländereien. — Unter Preußischer Verwaltung übertrug das Ressort-Reglement
»om 26. Juli 1818 88. 10, 13 und 19 den Königl. Regierungen die Com—
petenz der Präfecten in dieser Beziehung. Die Wiesen des Kreises Merzig
waren größtentheils sehr versumpft, und es herrschten in vielen Thalgemein—
den endemische Wechselfieber, so daß für die Administrativ-Behörden schon
hierin dringende Veranlassung vorlag, von den bestehenden Gesetzen Gebrauch
zu machen.
Seit 1836 wurde auf Anregung des damaligen Kreis-Secretairs Fuchs
im hiesigen Kreise energisch in beregtem Sinne vorgegangen. Der Landrath
forderte unter dem 18. Juni 1836 sämmtliche Bürgermeister des Kreises
auf, die Eigenthümer im Wege der Güte zur Räumung der Wasserflüsse
und, wo es zur Entsumpfung erforderlich, zu Neuanlagen von Abzugsgräben
zu bewegen und zu diesem Zwecke in allen Gemeinden Commissionen zu
bilden. Wo aber im Wege der Güte der Zweck nicht zu erreichen war, wurde
auf Grund von Reglements, welche die Schöffenräthe festsetzten und die
Königl. Regierung genehmigte (1838), von Amtswegen vorgegangen. Diese
Schöffenraths⸗-Beschlüsse bestimmten: daß alle Bäche und Wassergräben so
hreit und so tief geräumt werden sollten, als zum Abfluß des Wassers er—
forderlich sei, und daß die angrenzenden Eigenthümer und Diejenigen, welche
von der Anlage Nutzen haben, die Arbeit selbst auszuführen oder die Kosten
zu bezahlen hätten. — Auf diesem Wege wurden alsbald für eine versumpfte
Wiesenfläche von 3048 Morgen Entwässerungs- und Meliorationspläne auf⸗
zestellt und in den Jahren 1838 bis 40 - 15,840 lauf. Ruthen Gräben und
Bäche ausgehoben oder gerade gelegt. Der Erfolg war eine wesentliche
Erhöhung des Kaufwerths der Wiesen und ihrer Prodncte, so wie eine ganz
auffallende Verbesserung des Gesundheitszustandes, besonders in den bis da—
hin von Fiebern vorzugsweise heimgesuchten Thalgemeinden der Bürgermei⸗
sterei Haustadt, wie dieß die folgenden Tabellen des Näheren nachweisen:

jr
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.