Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

186 Ackerbau, Viehzucht und Forstwirthschaft.
Menningen, Büschfeld, Crettnich, Dagstuhl, Lockweiler, Noswendel, Mitlosheim,
 Rappweiler; zusammen 19;
3. Rindviehheerden in Harlingen, Bietzen, Hilbringen und Beckingen
im Herbst, in Dreisbach und Saarhölzbach (wo hauptsächlich die erbschaftlichen
 Waldungen beweidet werden) das ganze Jahr hindurch.
Es geht auch hieraus hervor, daß die Stallfütterung fast durchweg einge—
führt ist und der Weidgang für Woll- und Rindvieh nur in einzelnen Ge—
meinden und auch dort nur aushülfsweise in kurzen Perioden Statt findet.
2. Gemeinde⸗Weiden.
Solche Weideplätze waren früher unter der Catastral-Bezeichnung „Wei—
den“, „Wildland“, „Oedland“ notirt, und deren 1851 im Ganzen noch
16,989 M. im Kreise vorhanden, wovon jedoch nur 1669 M. den Gemein—
den gehörten, darunter aber auch manche Ländereien von geringer Boden⸗
qualität, welche periodisch zur Fruchtgewinnung verpachtet und dann wieder
eine Reihe von Jahren als Weide liegen blieben. Andere Parcellen dagegen
waren Steinbrüche, andere steile Bergabhänge, welche als Weide gar nicht
benutzt werden konnten.
Sämmtliche Ländereien waren so beschaffen, daß ihre Benutzung als
Weide für die Viehzucht von keiner Bedeutung war und daher ihre Um—
wandlung in besseren Culturen erwünscht schien. Die Königl. Regierung brachte
solche Verbesserungen des „Gemeinde-Oedlandes“ 1851 in Anregung, und die
Gemeinde-Ordnung vom 11./3. 1850, später 8. 23 der Gemeinde-⸗Ordnung
vom 15.5. 1856 und Verordnung vom 13.8. 1858 gaben die Mittel, die
Gemeinden dazu anzuhalten. Veranlassung, das durch diese gesetzlichen Be—
stimmungen vorgeschriebene Verfahren einzuleiten, war im hiesigen Kreise
aur in 2 Fällen (Beckingen und Brotdorf) vorhanden. Indessen gelang es
zuletzt auch in diesen Fällen, die Gemeinden gütlich zur Verbesserung der Cul—
tur zu bewegen, ohne daß es also der Herbeiführung einer höheren Entschei—
zung bedurft hätte.
Auf diesem Wege waren die 1861 vorhandenen 1659 M. Gemeinde—
Oedländereien bis 1886 auf 65665 M., bis 1858 auf 285 und bis 1864 auf
173 M. reducirt. Es hatten, wo es sich irgend thun ließ, Umwandlungen
in Ackerland, Wiese und Wald Statt gefunden. Die übrig gebliebenen 173
Morgen waren, mit geringer Ausnahme, lediglich Steinbrüche, ganz uncultur⸗
fähige Felsen oder unentbehrliche Vieh- (namentlich Schweins⸗) Triften der
Gemeinden.
Bei der Grundsteuer⸗Regulirung 186263 find nun aber rücksichtlich der
früheren Culturart „Oedland'“ andere Benennungen eingeführt worden, wie
bereits angegeben. Die Steinbrüche, Sandgruben u. s. w. werden allein
noch Oedland genannt; unter die Bezeichnung „Weiden“ fallen aber nicht
            
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