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Viehzucht und Viehhaltung. 175
1849 um 3568 Haupt oder 58 04 gestiegen und seitdem immer noch in
Steigerung begriffen ist, hat sich die Pferdezahl in der angegebenen Periode
um 261 Köpfe oder 9 060 vermindert und ist seitdem noch heruntergegangen.
Die geringere Zunahme des Rindviehbestandes seit 1850 dürfte in der na—
mentlich in dieser Periode Statt gefundenen Beschränkung der Weide und
Einführung der Stallfütterung ihren Grund haben. Auf der anderen Seite
ist aber, wie gesagt, in den angeführten Zahlen ein Beleg für die Annahme,
daß die Prosperität der Rindviehzucht von einem gewissen Verhältniß der
Stier⸗ zu der Kuhzahl abhänge, nicht zu finden.
1816 — 31 kamen durchschnittlich 61 Kühe auf jeden Stier, und die
jührliche Vermehrung des Rindviehs betrug 80 Haupt. 1832 — 49 kamen
durchschnittlich 30 Kühe auf 1 Stier, und die jährliche Vermehrung betrug
145 Haupt. Freilich ist das letztere Verhältniß auch immer noch als ein
normales zu betrachten. Es kommt nun noch in Frage, ob die Qualität
des Rindviehschlages im Kreise sich unter diesen Verhältnissen verbessert
oder verschlechtert hat. Ganz bestimmte Thatsachen können hierüber aller—
dings nicht angegeben werden. Der Rindviehbestand des Kreises hat sich
nach den Berichten der Kreis-Thierärzte, deren aus den Jahren 1828, 29
und 34 noch vorliegen, niemals ausgezeichnet. Es bestehen auch noch heute
manche, schon damals gerügte Mißbräuche, wie vorzeitige Paarung und zu
zeitiges Anspannen; während wenigstens das Austreiben der Stiere mit der
Heerde aufgehört, das Mißverhältniß zwischen der Viehzahl und dem Fut—
tergewinn sich vermindert hat und die Pflege der Stiere im Allgemeinen
Die ganze Rechnung zu Gunsten des Kuhgespanns stellt sich somit, wie folgt:
1) Milch und Kälber für 171 Thlr. — Sgr. — Pfg.
2) Mehrwerth an Düngger. 20 ——
3) Hundert Thaler billiger im Ankauf und somit Gewinn
an Zinsennnn..—
Das Pferd verliert durchschnittlich 10 o0 jährlich an
Werth, wenn man alle Fehler hinzurechnet, welchen
das Pferd mehr, als das Rindvieh, ausgesetzt ist, —
die Kuh behält ihren Werth. Vom Ankaufspreis von
250 Thlr. 10005.
Zinsen von den Mehrkosten des Pferdegeschirres im
Betrage von 22 Thaler und Abnutzung von 10 010
6) Hufbeschlag⸗Ersparniß.
Summa 228 , 10 —
Auf 30 Morgen Ackerland können jedoch ganz gut 4 bis 6 Kühe gehalten werden,
wodurch die Rechnung noch weit günstiger für das Kuhgespann wird; namentlich auch
deßhalb, weil dann die Kühe durch die Arbeit weniger angestrengt werden und daher an
Milchergiebigkeit nicht einbüßen.