Ackerbau, Viehzucht und Forstwirthschaft.
Handelsgärtnerei wird, obgleich alle Verhältnisse dazu sehr günstig
sind, im Kreise so gut wie gar nicht betrieben. Die meisten Einwohner
ziehen ihre Bedürfnisse an Gemüse selbst, und die Gartenbesitzer von Merzig
und Umgegend versehen die Wochenmärkte damit. Feinere und frühe Ge—
müse werden jedoch von auswärts, namentlich aus der Umgegend von Saar—
louis oder Metz, auf diese Märkte gebracht. Die Kappus-Pflanzen und
Köpfe aus der Gemeinde Rappweiler bilden fast den einzigen Handelsartikel
der Gärtnerei des Kreises auf den Märkten von Trier, Saarlouis und Merzig.
Es werden in Rappweiler jährlich etwva 3 M. mit Kappus-Samen be—
sät und von den gezogeuen Pflanzen 200,000 bis 220,000 Stück verkauft,
80 bis 90,000 Stück auf etwa 27 M. in der Gemeinde gesetzt; pro Mor—
gen 2800 bis 2900. Abgesetzt werden auf verschiedenen Märkten jährlich
70 bis 80,000 Stück Kappus-Häupter.
Der Preis der Pflanzen variirt zwischen 6 Pfg. und 242 Sgr. pro
100, der der Kappus-Häupter zwischen 1 und 2 Thlr. pro 100. — Die
Bemeinde erlöst daher für Pflanzen jährlich etwa 100 Thlr. und für Kap—
dus⸗Häupter 1200 Thlr., was einen Brutto⸗Ertrag von 33 bis 44 Thlr.
auf den Morgen ergibt.
Obstbau wird im Kreise in nicht unbedeutendem Umfange, theils zur
Erzeugung von Tafelobst, theils zur Bereitung von Apfel- und Birn-Wein
betrieben. Zu letzterem Zwecke dienen wesentlich auch die Pflanzungen an
öffentlichen Wegen. Wie aus der Wege-Nachweisung (Abschn. XIV) ersichtlich,
waren 1866 — 20,490 Ruthen Gemeindewege mit Obstbäumen be—
aflanzt (1831 — 9866, also Vermehrung von 1881 -65 * 10,649 R.).
Dazu kommen die Obstbaum⸗Alleen der Bezirksstraßen; von Besseringen bis
zur Kreisgrenze hinter Beckingen (auf und neben der Straße zusammen etwa
3000 R.), von Merzig über Losheim nach Dagstuhl (mit Abrechnung der
Unterbrechungen zusammen etwa 6000 R., meistens neben, theilweise auf der
Straße); dieß gibt eine Gesammt-Länge von wenigstens 32,000 R. — 16
Meilen Obstbaum-Alleen. Die Bäume an den Straßen stehen in der Regel
in Zwischenräumen von 2140; auf 2150 stehen also (gegenüber) in der Allee
2 Bäume oder auf 50 — 4. Die angegebenen 32,000 R. Alleen enthalten
demnach 25,600 Stück Bäume.
Ich habe, um die Obstbaum-Pflanzungen Seitens der Gemeinden zu fördern,
aus Kreismitteln (Jagdscheingelder-Fonds), mit Genehmigung der Kreisstände
Unterstützungen gegeben. So wurden in den Jahren 185360 1665 Stück Obst⸗
bäume unentgeldlich vertheilt. Mit diesen 1660 Bäumen allein konnten immer
13320 Obstbaum⸗Alleen angelegt werden. Mit dem Empfange wurde aber in
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Diese Maßregel und andere Anregungen haben die beabsichtigte Wir—
kung nicht verfehlt und viel ausgedehntere Anpflanzungen zur Folge gehabt.
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