Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

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barer Höfe erreichen. Beide Systeme waren gut und zweckmäßig, wenn sie
richtig gehandhabt und den Zeitverhältnissen entsprechend ausgebildet wurden.
Aber das System des Gesammt-Eigenthums ist nicht richtig erkannt
und seiner Ausartung überlassen worden.

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Was die Kauf- und Pachtpreise des Grundeigenthums betrifft,
so sind darüber zwar bei Gelegenheit der Grundsteuer-Regulirung gemeinde—
weise nach den einzelnen Fluren und Flur-Abtheilungen genaue Aufstellungen
gemacht und die Angaben mit bekannten Resultaten bei öffentlichen Verstei
rungen und andern Kauf- und Pachtverträgen belegt worden. Es würde
iber ein vergeblicher Versuch sein, daraus eine Uebersicht zusammenzustellen,
welche geeignet wäre, die Grundlage zur Kreis- oder auch nur gemeinde⸗
weisen Ermittelung der Durchschnitts- Kauf⸗ und Pachtpreise abzugeben.
Denn bei der außerordentlichen wechfelnden Bonität der Ländereien nach
Bodengüte, Lage u. s. w. nimmt der Unterschied zwischen dem Maximum
und Minimum in den einzelnen Gemeinden und selbst in den einzelnen Fluren
sehr große Dimensionen an.
So wechselte z. B. der Kaufpreis eines Morgens Ackerland auf dem
Banne von Merzig, Flur VIII zwischen 8 und 3500 Thlr., Flur R zwischen
10 und 650 Thlr.; auf. dem Banne von Harlingen, Flur J zwischen 5 Sgr.
und 10 Thlr.; auf dem Banne von Hilbringen zwischen 20 und 400 Thlr.
Dieß sind allerdings Gemeinden, wo Kalk-⸗, Sand- und Lehmboden wech—
jeln. Aber auch im östlichen Theile des Kreises, wo der Sandboden vor-Jjerrscht,
 kommen fast auf allen Bännen Schwankungen der Kaufpreise pro
Morgen Ackerland zwischen 20 und 200 Thlr. vor. — Allerdings würde
die jetzt in der Klassen-Eintheilung des Ackerlandes durch die Grundsteuer—
Regulirung gewonnene Grundlage mit etwas mehr Gleichmäßigkeit die Preise
der einzelnen Klassen des Ackerlandes bestimmen lassen. Indessen würden auch
hierbei wesentliche Factoren, z. B. das Verhältniß zwischen dem Areal des Acker—
landes und der Bevölkerung der Gemeinde, unberücksichtigt bleiben.
Solchen besondern Verhältnissen ist es beizumessen, daß z. B. in der Thal⸗
Bemeinde Besseringen der Morgen fruchtbarer Thalboden 130- 180 Thlr. und
sandiges Bergland 80 Thlr. koftet und zu 6 resp. 2 Thlr. verpachtet wird, wäh—
rend in der Nachbargemeinde Britten, welche aber, an der Grenze des Hoch⸗ Wal⸗
des gelegen, durchweg ein ungünstiges und kaltes Clima hat, die Kaufpreise bei
ieselgeröll mit Lehmuntergrund 100 -200 Thlr., in der Regel 180 Thlr.
und die Pachtpreise 10—12 Thlr. pro Morgen stehen. Dabei ist der Catast.
r von 1 M. Ackerland in Besseringen 72 Sdr., in Britten nur
gr.
            
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