Full text : Statistik und Verwaltung des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier von 1815 - 1864

128 Grund⸗Eigenthum.
gehen, welche nach dem Kataster mitunter sehr bedeutend ist. Das ist je—
doch noch hervorzuheben, daß sich die angegebene Parcellenzahl von 190,000
wesentlich auf die 102,410 M. Privatbesitzungen vertheilt, indem die 212
corporativen Besitzungen höchstens aus je 2 Parecellen im Durchschnitt be—
stehen. Bei dem Privatbesitz wäre also nach dem Kataster eine Parcelle
wenig größer, als 10 Morgen.
Wieweit diese Berechnung von den thatsächlichen Verhältnissen abweicht,
läßt sich, wie gesagt, nicht bestimmen, dagegen durch einen Vergleich mit der
Provinz Westphalen, wo dieselben Kataster-Einrichtungen, also auch wohl
dasselbe Verhältniß bei Berechnung der Parcellenzahl besteht, nachweisen,
daß die Parcellirung in der Rheinprovinz eine übermäßige und nicht etwa
in der größern Dichtigkeit der Bevölkerung, sondern in andern Verhältnissen
zu suchen ist. Ich hebe ausdrücklich hervor, daß ich einen Vergleich mit den
östlichen Provinzen nicht anstellen will, weil dort die Kataster-Verhältnisse
und damit die Berechnung der Parcellen andere sind.
Nach der Zusammenstellung der Besitzungen im Jahre 1858 (s. oben)
vurden gezählt:
Gesammtzahl Die Bevölkerung Also eine Durchschnitts⸗
der betrug Besitzunq größe
Q.⸗M. Besitzungen: 1858: auf Köpfe: einer Besitzung:
in Westphalen 366 245,680 1,6527,252 6,2 27 M.
in der Rh.Prov. 487 822,849 2,983,805 3,5 11,9 M.
Es gab also in der Rheinprovinz verhältnißmäßig etwa doppelt so viel
Besitzer, als in der Provinz Westphalen, und umgekehrt waren daher auch
die Besitzungen in Westphalen etwa 21, mal so groß, als in der Rhein—
provinz. Diese Unterschiede sind in den Bevölkerungs- und socialen Ver—
hältnissen begründet und leicht zu erklären.
Worin liegt aber der Grund, daß eine Durchschnitts-Besitzung in West⸗
phalen von 27 M. durchschnittlich aus 9 Parcellen von je 3 Morgen und
in der Rheinprovinz eine Durchschnitts-Besitzung von 11,8 M. aus 14-15 Par⸗
jellen von je 94 Morgen (O1) Größe besteht? *) die Parcellen dort also
4 mal so groß sind, als hier? — ein Mißverhältniß, welches noch viel

*) Der Kreis Merzig weicht nach den Ermittelungen von 1868 nicht sehr wesent—
ich von der Rheinprovinz ab, steht jedoch in der Parcellirung noch etwas ungünftiger.
Durchschnittsgröße einer einer Anzahl der zu einer Be⸗ Besitz auf
Besitzung. Parcelle. sitzung gehörigen Parcellen Köpfe
—A 14,7 0,87 ig 3,1
1865 (Privatbes. nach 11,7 0,53 22 3,9
d. S. 126 aufge⸗
stellten appror.
Berechnungen).
            
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