befärdert werden, und die Hüttenwerke von Vôlklingen,
Neunkirchen, St. Ingbert, Homburg, Mutterhausen, den
Vororten Saarbrückens zählen zu den bedeutendsten der
ganzen Welt. Nachden der Franzose Gruner 1880 das
Verfahren entdeckt hatte, vom Gussmetall den Phosphor
loszulôsen, kamen auch zahlreiche Stahlhütten zu den
Hochôfen. ‘
Wie man daraus ersieht und Tribot-Lapière treffend
bemerkt, ist die Eisenindustrie an der Saar von der
lothringischen nicht unabhängig, sondern vielmehr mit
ihr aufs engste verbunden. « Deutsch-Lothringen » und
das Saargebiet bilden vom industriellen Standpunkt aus
zwel zu einem Ganzen gehôrige, untremnbare Bestandteile.
Im Jahre 1913 erhielten die Hüttenwerke der Saar
von Lothringen 3.400.000 T. Fisenerze.
« Das Saarrevter mit semen Steinkohlenlagern und
dasjenige von Briey mit seimen Erzgruben, schreibt seinerseits
der Ingenieur G. Bæbin, gehôren wirtschaftlich so
eng zu einander, dass die .D‘eutschen erklärten, beidz
seien untrennbar und untetlbar. Sie hatten den Ehrgeiz,
beide in einer Hand zu vereinigen. Geologisch betrachtet,
weisen auch beide dieselbe Zusammengehôrigkeit auf ;
sie heissen ja « Sarre-et-Moselle »- Revier, und es
bestëht schon bei Spittel ein Bergwerk mit dieser doppelten
Bezeichnung. Warum kônnte der deutsche Traum
nicht ein franzôsischer werden? Die deutschen Schwerindustriellen,
die im April 1815 die berühmte Annexionserklärung
ünterzeichneten, raüssen, wenn sie konsequent
durchdenken wollen, beim. bôsen Spiel ein gutes Gesicht
machen. So gestehen sie auch wertraulich : « Wir sind in
unsere eigene Falle geraten, Wohlan ! Da das Brieybecken
franzôsiach bletbt, wollen-wir auch sein Los teilen ! »
Diese Lôsung würde wohl von ‘der einheïmischen
Bevôlkerung mit Freuden begrüsst werden. Der eigentliche
Grundstock dieser Bevälkerung, die Geistes- und
Bodenaristokratie in Stadt und Land blieb der