Full text : Aus Saarbrückens Vergangenheit

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den Bedarf seiner Industrie zu decken: Dadurch flossen
jahrein jahraus dem deutschen und englischen Beutel
nicht wentiger als 500 Millionen Franken zu.

« Daraus folet, schreibt ein massgebender franzôsischer
Ingenieur, Tribot-Laspière, im « Génie Civil » (Juli 1917),
ein Zweifaches : erstens sind wir von den Kohlen ausführenden
 Ländern, England und Deutschland — und vielleicht
 in Zukunft Amerika — wirtschaftlich abhängig,
und zweitens steht unser Brenn- und Heizmaterial hôher
im Preise als in den genannten Ländern. Im Jahre 1612
zum Beispiel betrug in Frankreich der Durchschnittspreis
 für die Tonne 20 Fr., in England und Deutschland
dagegen nur 12,50 -bzw. 14 Fr. Die Schwierigkeiten, die
unserer Industrie im Wege standen, haben zweifellos
keine antere Ursache, denn die hohen Herstellungskosten
 wirken auf jeden Industriezweig für den Aufschwung
hemmend und lähmend ein.» -

Auf die Grenzen von 1870 zurückgedrängt, erzeugte
Frankreich kaum die Hälfte der Kohlen, die es benôtigte,
und ‘dieser Mangel würde in Zukunft, — und dies ganz
besonders nach der teilweisen Lahmlegung durch die
Kriegsverheerungen des Kohlenreviers in den nôrdlichen
Departements — desto schärfer hervortreten, wenn die
Zurückerstattung Elsass-Lothringens ohne das Saarbecken
 erfolgen sollte. Wie kônnte der hochentwickelten
Industrie dieser Provinzen die ‘erforderliche Menge
Kokhlen verschafft werden, die hr Saarbrücken unter
preussischer Herrschaft bisher lieferte? Auch hier sprechen
 die Statistiken eine beredte Sprache: Vor dem
Kriege liefertn die Saarbergwerke Elsass-Lothringen
jahrlich 1.250.000 Tonnen Kohlen und 161.000 Tonnen
Koks. ;

Wie wäre dieser preussische Beitrag zu ersetzen, wenn
Frankreich auf seinen früheren, ohnehin ungenügenden
und schwer beeinträchtigten Kohlenbestand angewiesen
bliebe? Zu welch hohen Preisen würde dieser unumgäng-
            
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