So habien die Grenzen von 1815 und 1871 in launischer
Weise dieses von Natur aus einheitlich gestaltete Land
zerstückelt und verstümmelt; sie haben alle diese
Flecken und Dôrfer von einander gerissen, die doch
zusammengehôren durch Abstammung und Lebensgewohnheit,
gemeinsame Interessen, gemeinsame geschichtlichle
Vergangenheit, vor allem vielleicht durch die trüben
Erinnerungen an die unaufhôrlichen Einfälle von jenseits
des Rheins.
Dieses Land gehôrte in der ältesten Zeit zum Gebiet
der Kkeltischen Mediomatriker, deren Hauptstadt Metz
war und das sich nach Osten zu bis an den Rhein, nach
Nordosten bis zu den waldigen Hängen des Hunsrüc»s
lerstreckte. Keltische Gallier ‘übertrugen in «diese
Gegend die ersten Elemente der Zivilisation. Sie erbauten
Städte, Dôrfer und Hôfe; die gallische Sprache
war Landessprache; alle Namen der Oertlichkeiten,
Quellen, Bäche, Berge, Wälder sind —gallischen
Ursprungs. Der Donon trägt einen Keltischen Namen
uad sein Gipfel ist von gallischen Ruinen gekrônt. Der
Name der Saar selbst ist ein keltischer Name und bodeutet
so viel als « fliessendes Wasser » ; er ist in den
mannigfachsten Variationen im ganzen ehemaligen
Gallien verbreitet (Sarre, Sarry, Sarrey, Sarreau, le
Sarret, Sarrette u. a. m.). Die Nebenflüsse der Saar
tragen gleichfalls gallische Benennungen, z. B. die
Biber, die an Saarburg vorbeifliesst, hat denselben
Namen wie ein Fluss in der Umgebung von Paris; er
findet sich wieiter in den Ortsnamen Bever, Biesme, Beuvrons,
Breuvanes, im Mont Beuvray bei Autun; die Albe
erscheint in der Namensform Aube, dem Nebenflusse der
Marne; auch die Rossel, die zwischen Saarbrücken und
Saarlouis von der Saar aufgenommen wird, hat gleichfalls
einen gallischen Namen, ebenso die Blies, die an
die Blaise, Nebenfluss der Marne, und an Blois und
Blaisois erinnert.
Man hat an verschiedenen Orten der Saarbrücker
Gegend Spuren der gallischen Civilisation aufgedeckt,