gewonnen hatte, protestierte Talleyrand im Namen
Ludwigs XVIII. mit folgenden Worten :
« Die verbündeten Mächte haben keinen Augenblick
aufgehërt, S. Majestät den allerchristlichsten Kônig als
Kônig Frankreichs anzuerkennen. Sie- haben nicht aufgehôrt,
mit ihm Friedens- und Freundschaftsbeziehungen
zu unterhalten, was an sich echon die Verpflichtung in
sich birgt, seine Rechte zu achten. Sie haben diese
Verpflichtung übernemmen in ganz fonmeller Weise,
wenn auch nur implicite, in ihren Vertrag vom 25. März
1815. Sie haben diese Verpflichtung noch verstärkt, als
sie den Kônig durch dessen Zustimmung zu diesem Vertrag
in ihren’ Bund gegen den gemeinsamen Feind
eintreten liessen ; wenn man von einem Freund, nichts
erobern darf, s0 darf man es um so mehr nicht bei einem
Bundesgenossen. »
Bekanntlich widersetzte. sich der russische Kaiser
Alexander dem vom preussischen Generalstab entworfenen
Zerstückelungsplan. Vereinzelte Deutsche sahen
ein, dass die Ansprüûche ihrer Diplomaten und Militärs
übertrieben und ungerechtfertigt waren.’ Der deutsche
Historiker Schaumann trägt diesem Umstande Rechnung
und gesteht zu, dass eine grosse Gebietsabtretung dem
franzôsischen Nationalstolze den schwersten Schlag
versetzen müsste und dass die innere Zusammengehôrigkeit
der Provinzen vom Franzosen stärker empfunden
werde als vom Deutschen. Aber er fügt bei, dass
man ‘die Gewalt hatte, über alle Hindernisse zu briumphieren.
Um éinen neuen Krieg zu vermeiden, den Frankreich
nicht mehr hätte führen kônnen, musste man dem preussischen
Drängen -notgedrungen* wenigstens teilweise
nachgeben. Nach endlosen Diskussionen und vergeblchen
Protesten musste der Herzog von Richelieu am 20.
November 1815 schweren Herzens seine Unterschri"t
unter den neuen Vertrag setzen, der die franzôsische