Full text : Aus Saarbrückens Vergangenheit

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ten. Der Pazifist Lamartime schrieb später, noch vor
Kôniggrätz, indem er hinwies auf das Vordringen Preussens,
 dass die « deutsche Finheit den Tod Frankreichs
bedeuten würde. » Für ihn war diese « antifranzôsische
Perspektive » aus dem « Genie des Absurden » entsprunsen.


Dieses Genie drängte sich tatsächlich Europa auf an
dem Tage, als die Versammlung seiner Diplomaten
Preussen zum gefährlichen Nachbarn Frankreichs
machte. Dieses geographische Moment war die Grundlaga
der Intrigen Bôckings und der preussüschen Staatsmänner,
 als sie die Annexion Saarbrückens und Saarlouis
 durch Preussen verlangten. Die diesbezüglichen
Verhandlungen nahmen folgenden Verlaul :
Als im März 1815 die zu Wien tagenden Füreten und
Gesandten auf die Schreckensnachricht von Napoléons
Flucht von Elba hin beschlogsen hatten, « die Waffen
nicht niederzulegen, so lange Bonaparte nicht gänzlich
ausserstande gesetzt seï,  Verwirrung anzurichten »,
übernahmen sie zugleich die Verpflichtung, den Pariser
Frieden aufrecht zu erhalten, welcher Landau, Saarbrücken
 und Saarlouis bei Frankreich belassen hatte.
Man muss diese Tatsachen, obwohl sie allgemein
bekannt sind, heute immer -und immér wieder betonen.

Talleyrand, der im Namen Ludwigs XVIII. dem Bündnisvertrag
 zugestimmt hatte, hatte in wohlerwogener
Albsicht die Klausel von der « Aufrechterhaltung des
durch den Vertrag vom 30. Mai 1814 geschaffenen
Zustandes » aufgenommen. Nur unter dieser Bedingung
trat Ludwig XVIII. in die Koalition gegen Napoléon ein,
und alle Mächte gaben ihre Zustimmung zu dieser
Erklärung des franzôsischen Bevollmächtigten. Nach der
zweiten Abdankung Napoléons wies die provisorische
Regierung zu Paris die fremden Souveräne erneut auf
jene Bedingung hin.
ÂAber dies passte den Preussen schlecht, die nach der
uralten Gepfiogenheit ihrer Diplomatie sich wenig um
            
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