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die schwer erschütterten Vôlker verteilten, nicht den
unglücklichen Gedanken gehabt hätten, die Preussen auf
dem linken Rheinufer zu installieren. Landau, Saarbrücken
und Saarlouis-waren franzôsisch ; aber von dem
grôssten Teil der Rheindepartements bildete man die
« Rheinprovinz », aus der man anfangs ein unabhängiges
Küänigreich machen wollte, cine Art Pufferstaat, für
den Kônig von Sachsen ; aber bald liess man den Gedanken
fallen und gab die Provinz an Preussen ab.
Es waren die alten geistlichen Kurfürstentümer,
deren Aufrichtung, den veränderten Zeitverhältnissen
entsprechend, nicht mehr môglich war. Aber in dem
Augenblick, wo man sie von Frankreich losriss, wusste
man nicht recht, was man damit anfangen sollte. Der
preussische Raubstaat stürzte sich auf das gefundene
Fressen ; seine Beutegenossen gaben ihm, um seinen
Riesenappetit zu stillen, diesès grosse, sozusagen herrenlos
gewordene Landstück.
Am 9. Juni 1815, neun Tage vor der Schlacht bei
Waterloo, unterzeichneten die Wiener Bevollmächtigten
den Artikel 25 des Vertrages, der Preussen die Rheinprovinz
überliess. Wohl hatte. Talleyrand in seinen Instruktionen
für den Wiener Kongress bemerkt : « Die am
stärksten zu bekämpfende Macht ist Preussen ; die physische
Konstitution seiner Monarchie macht seinen
Ehrgeiz zu einer Art Notwendigkeit. Jeder Vorwand ist
für sie ausreichend, keine Skrupel halten sie auf, was
ihf passt, ist ihr Recht. Man muss daher ihrem Ehrgeiz
eine Grenze setzen.…. »
Nur hatten die Diplomaten, als sie an Preussen ‘die
alten geistlichen Kurstaaten mit einer damaligen
Bevôlkerung von fast zwei Millionen Seelen auslieferten,
es wohl übersehen, dass die beiden Endstücke der
preüssischen Monarchie, die s0 weit auseinander lagen,
eines Tages zusammenstossen und durch ihre -Stärke
dem deutschen Bund ihre Herrschaft aufzwingen kônn: