Full text : Aus Saarbrückens Vergangenheit

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Auf die Nachricht hin, dass Napoléon Gefangener der
Engländer wurde, erhob die bis dahin wenig zahlreiche
und ÿm Verborgenen arbeitende Preussenpartei kühn ihr
Haupt. Sie scharte sich um Bôcking, auf den sie- wegen
seiner persônlichen Beziehungen mit Grüner und den
preussischen Generälen alle ihre Hoffnungen setzts.
Bôcking wusste mit Geschick die Ueberraschung und
Entmutigung und die allgemeine Kriegsverdrossenheit
sich zu Nutze zu machen.
Am 5. Juli 1815 erklärte der Generalgouverneur für
Lothringen, der russische General Alopeus, dass “die
Bande, die bisber Saarbrücken an Frankreich ketteten,
zerrissen seïen. Zimmermann wurde zum Bürgermeister
und Bôcking zum Beigeordneten ernannt. Letzterem
überreichte man als Belohnung für die den Verbündeten
Armeen geleisteten Dienste ein Ehrengewehr. >
Bôcking triumphierte. En bat sofort Gôrres um seinen
Beistand : « Wenn man uns nicht schnell zu Hilfe kommt,
so schreibt er, werden 20.000 Deutsche geopfert. Schon
triumphieren die Elenden, weil das Strafgericht bis jetzt
ausgeblieben ist… Die Anhänger der Bourbonen behaupten,
 dass Frankreich keinerlei Gebietseinbusse erleiden
dürfe, oder der Krieg werde von neuem beginnen, und
der Sieg sei sicher. »
Darauf hin begaben sich der preussische Staatskanzler
Von Hardenberg und der Minister Wilhelm von Humboldt
nach Paris zu den Friedensunterhandlungen und stiegen
unterwegs, am 10, Juli 1815, in Saarbrücken ab. Bôcking
stellte ihnen den neuen nach preussischem Muster gebildeten
 Geméinderat vor, der den Friedensbevollmächtigten
 den Wunsch ausdrickte, dass die Stadt von der
Kriegskontribution befreit würde ; im übrigen würden
Sie sich glücklich schätzen, dem Känigreich Preussen
einverleibt zu werden. 7
Nach dem Saarbrücker Chronisten, dem wir folgen,
hat diese Unterredung Hardenbergs mit den Bürgern das
Schicksal der künftigen Nationalität Saarbrückens
besiegelt.
            
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