fessionen stimmte man Dankesgesänge an ; es war als ob
die Tage wieder anbrächen, die den Sieger von Jena
und Friedland begrüssten.
Der irühere Maire Rupied übernahm wieder seine
Geschäfte. Der Gemeinderat versammelte sich im
Rathause. Nachdem man dem Kaiser Treue und Gehorsam
geschworen hatte, wurde folgende Adresse an den
Kaiser abgesandt :
« Majestät !
Der Maire, Beigeordnete und Mitglieder des Gemeinderates
der Stadt Saarbrücken’bitten Ew. Majestät von
neuem die Versicherung ihrer Treue und Ergebenheit
entgegenzunehmen? Sie vereinigen ihre Wünsche mit
denen ganz Frankreichs, damit KIhnen noch lange Jahre
auf dem Throne, auf den die Liebe der Nation Sie
wieder erhoben hat, die Zeit geben, sein Glück zu
befestigen, Ihre Dynastie zu sichern Uund mit Ihrer
erhabenen Familie die Früchte Ihrer unsterblichen
Arbeiten zu geniessen. »
Diese spontane Begeisterung, die an ‘die schônste Zeit
des Reiches-erinnerte, sollte bald ihre Strafe erhalten.
Einige Tage nach dem Verhängnis von Waterloo meldate
man das Herannahon der verbündeten Armeen ; Saarbrücken
war eine offone Stadt und hatte als einzige Verteidiger
die Nationalgarde und ein etwa 100 Mann starkes
Korps aus Freiwilligen, das unter der Führung des
unerschrockenen Jung aus Forbach stand. Ohne Rucksieh®
auf ihre Schwäche und die erdrückende numerische
Ueberlegenheit des Feindes wagten die Verteidiger auf
der grossen Steinbrücke, welche Saarbrücken mit der
Vorstadt St. Johann verbindet, den Uebergang über die
Saar zu verteidigen. Ein beftiger Kampf entspann sich ;
nach der Niederlage der Nationalgarde wurde die Stadt
zur Plünderung freigegeben. Man dachte in diesem