Full text : Aus Saarbrückens Vergangenheit

Eu

nis für den Ausbau der grossen Verkehnsadern und selbst
für die Unterhaltung der alten Rômerstrassen gewesen,
die man noch immer benutzte. Ludiwig XIV. hatte verschiedene
 Strassen herstellen oder ausbessern lassen,
von deren dauerhafter Pflasterung noch Spuren vorhanden
 sind. Aber die grossen und schônen Landstrassen,
die heute das Rhçin- und Moselland durchziehen, reichen
zumeist hinauf in die Zeit des ersten Kaiserreichs ; noch
immer ist die Bezeichnung « kaiserliche Strasse » oder
« Napoléonsstrassen » geläufig.
Die Ausbeutung der Steinkohlengruben und der damit
zusammchängenden Industrien begannen, die Bewohner
zu bereichern. Von 1803 ab lobpreist das « Annuaire »
die Entwicklung des Bergbaus und wünscht seine Erweiterung,
 da die Bodenschätze dos Saarbrückerlandes
unermesslich seien. Schon i. J. 1797 zählte man im Saarbecken
 22 kleine Kohlenzechen in Betrieb, wovon bloss
183 aus der Zeit der Grafen von Saarbrüeken stammten.
Seit Januar 1796 hatten die Gebrüder Gouvy ein
Hüttenwerk und eine Waffenfabrik zu Wadgassen in
Betrieb gesetzt; ähnliche Anlagen errichteten sie zu
Saorbrücken. Diese arbeiteten für das Arsenal zu Metz.
Durch Dekret vom 23. Pluviose des Jahres X (12. Februar
 1802) rief der erste-Consul, dessen fruchtbare Initiative
 sich damals überall bemerkbar machte, eine
praktische Schule für Bergingenieure zu Geislautern,
zwischen Forbach und Saarbrücken, ins Leben. Nach
eingehenden Beratungen mit dem Staatsrat Crétet über
die wichtige Frage der Bergbaugesetzgebung hielt er es
für nôtig, zuerst die gcologische Formation des Saarbeckens
 klar aufzuhellen, ehe man an die Entscheidung
der Kapitalfrage heranträâte : ob es angehe, den Staat
mit dor direkten Ausbeutung der Bodenschätze zu
betrauen und sogenannte Fiskalbergwerke - anzulegen,
oder ob es vorzuziehen sei, Konzessionen an Gesellschaften
 oder Privatinteressenten abzugeben. Die genaue
Bodenerformschung var die Aufgabe, die der Schule von
Geislautern zufiel,
            
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