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Saarbrücken, sondern auch für die mehr ländlichen
Bezirke von Birkenfeld und Prüm. Desertionen, die nicht
schwierig waren, kamen nicht vor. Das « Annuaire du
Département de la Sarre » für 1803 hebt das gebührend
hervor und charakterisiert die Einwohner von Saarbrücken
und des Bliesgaus wie folgt ;
« Der Charakter der Bewohner ist sanft: sie sind
fleissig und arbeitskebend, von unternehmendem Ceist,
reinen Sitten, nicht fanatisch religiës und ziemlich
unterrichtet ; selten trifft man ifgend jemand männlichen
oder weiblichen Geschlechts, der nicht lesen oder
schreiben kann oder des Rechnens unkundig ist.
Ihre Gewohnheiten berühren sich stark mit denen der
Franzosen, ihrer Nachbarn; auch ist dort die franzôsische
Sprache in Gebrauch, namentlich an den Grenzen
des Moseldepartement. »
Am 11. September 1804 schickten die Saarbrücker eine
warmempiundene Adresse an den Kaiser Napoléon und
ordneten eine Deputation nach Paris ab, un am 2. Dezember
der Krônungsfeier beizuwohnen. An ihrer Spitze
stand der Kommandant Walster. Schon jetzt waren alle
Gemüter an der Saar, der Mosel, am Rhein-voll Begeisterung
fur Napoléon, den Retter und Friedensbringer.
Die zwei Volksabstimmungen für das Konsulat auf
Leblenszeit, dann für das Kaisertum waren kaum
auf Gegnerschaît gestossen: die Abstimmung für
das Kaiserreich ergab im ganzen Saardepartement
98.977 Stimmen dafür, 68 dagegen. Denn das Land erfreute
sich eines tatsächlichen Wohlergehens. Man hatte
die Kirchen wieder hergestellt, Spitäler erbaut, Schulen
erôffnet, die Forstkultur organisiert.
Eine der grôssten Wohltaten dieser Zeit für die vier
rheinischen Departements war ‘die Herstellung oder
Verbesserung des Strassennetzes. Der engherzige Partikularismus
der alten Herrschaîten und die Misshelligkeiten,
die zwischen den verschiedenen Häusern des
Landes herrschten, waren das hauptsächlichste Hinder-