Full text : Aus Saarbrückens Vergangenheit

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wünscht, dass man an seinem Todestage, in der letzten
Requiemsmesse, nur zwei Pierde zum Opfergang führe,
auf deren einem-ein mit seinen Waffen ausgerüsteter
Mann sitze, und dieses Pferd soll eine Decke mit seinem
Wappen tragen. Das zweite Pferd bleibt unbedeckt,
aber sein Reiter trägt das Hausbanner. Die awei Pferde
werden als Opfergabe dargebracht, aber zurückgekauËt,
und der Kaufpreis wird der Kirche gegeben.
Johann IL. starb an 11. März 1381 ; er hinterliegs nur
eine Tochter, Johanna, die sich mit dem Grafen Johann
von Nassau vermählt hatte. Dieser Ehe entstammte
Philipp, der einzige Erbe derer von Nassau-Saarbrücken.
Durch ihn kam das Haus Nassau in das Saartal.

Die Nassauer kamen von den Ufern der Lahn, auf der
rechten Rheinseite. Durch die Kinder Heüinrichs des
Reichen (1198-1249) teilte sich das Geschlecht in Awei
Linien ; die « Walramische » und die « Ottonische ». Aus
dieser letztgenannten gingen die Fürsten von Nassau-Oranien
 hervor, die später auf den holländischen Thron
kamen. Dem Walramischen Zweige gehôrte der deutsche
Kônig Adolf von Nassau (1292-98) an. ‘
Der Enkel dieses Kônigs, Graf Johann von Nassau-Weilburg,
 heiratete Johanna von Saarbrücken und
begründete so das Haus Nassau-Saanbrücken, das bis
1797 bestand. Sein Sohn Philipp I, Graf von Nassau und
Saarbrücken, Herr von Commercy und Morley, erhielt
auË Lebenszeit vom franzôsischen Kônig eine Jahresrente
 von 1000 Pfund.
Seine Gemahim, die Prinzessin Elisabeth von Lothringen,
 war eine Verehrerin der franzôsischen Literatur.
Sie hatte diese Neigung von ihrer Mutter Margaretta
von Joinville geerbt, welche das Ritterapos « Lohier et
Mallart » in Prosa hatte übertragen lassen. Ihrerseits
liess Elizabeth dieses Heldengedicht und den Sang von
« Hugues Capet » ins Deutsche übersetzen. Durch diese
und ähnliche Uebertragungen bürgte sich die romanische
Literatur an den Ufern des Rheins ein.
            
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