4
Lange, viel länger als ich dachte, war ich in England
und es stand nur bey mir noch länger dort zu bleiben —
der Prinz Regent, glaube ich, hätte mich nie zurückgeschickt;
ja der Himmel weiß was mir in dieser Rücksicht noch bevor⸗
steht. Auf meiner Rückreise durch Saarbrück habe ich wieles
von dem Jubel gehört, mit welchem dieses Land seine wieder
Einverleibung in Deutschland aufgenommen hat und wie
glücklich es sich unter preußischem Szepter fühlt; zugleich
vernahm ich aber auch, daß es dort unter der ehemalig
französischen Dienerschaft und französischen Flüchtlingen noch
welche giebt, die trachten eine feindseelige Stimmung gegen
Deutschland zu Gunsten Frankreichs zu verbreiten. Unter
diesen ist mir vorzüglich der ehemahlige Pröfect Sumalon
genannt. Auch Boulay de la Monthe ist dort, und ob er
fich gleich ruhig verhalten soll, so correspondiert er doch viel
nach Frankreich, woselbst seine Frau und Familie etabliret
bleiben. Alles dieses Geschmeiß taugt nichts an den Grenzen,
und ich glaube, du würdest wohl thun, sie zu entfernen.
Aeten des königl. Geheimen Staatsarchivs.
Rep. 92 Hardenberg K. 42
Schriftwechsel d. Grafen E. von Hardenberg
k. hannöverschen Gesandten in Wien.
Viermal ist also das Saarbrückener Land durch einen
völkerrechtlich anerkannten Friedensschluß Frankreich ab⸗ und
dem deutschen Reiche zuerkannt worden. Es erscheint un—
denkbar, daß ein Land, dessen Zugehörigkeit zu Deutschland
kulturell und staatsrechtlich in so unzweifelhafter Weise fest⸗
gestellt ist, in dem jetzt abzuschließenden Frieden, der die Grund⸗
lagen internationaler Gerechtigkeit auf Jahrzehnte, hoffentlich
auf Jahrhunderte hinaus festzulegen im Begriffe ist, durch
eine zwangsweise Angliederung an Frankreich vergewaltigt
werden könnte.