Full text : Rettet das Saarland !

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dem Département de la Sarre mit der Haupistadt Trier zu⸗
geteilt. Durch den Frieden zu Lunéville, in dem Kaiser und
Reich öffentlich in die Abtretung des ganzen linken Rhein—
ufers an Frankreich willigten, war denn auch das Schicksal
der Grafschaft Saarbrücken endgültig entschieden, und der,
auch heute noch laut werdende Wunsch der Franzosen, daß
der Rhein die natürliche Grenze Frankreichs bilden sollte,
schien erfüllt zu sein. Immerhin war bereits damals das
ͤffentliche Gewissen so stark, daß die gewaltsame Aneignung
fremdstämmiger Gebietsteile als einigermaßen peinlich empfunden
wurde und so hielten die Franzosen es denn für angezeigt,
durch eine Abstimmung der Bevölkerung den Gewaltakt der
Annexion zu verschleiern. Bereits um die Mitte der neun⸗
ziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts unternahm man
französischerseits mehrere Abstimmungsmanöver, die indessen
infolge der allgemeinen Erbitterung der Bevölkerung über die
Plünderungen und Brandschatzungen der Franzosen völlig
mißglückten. Verhaftungen angesehener Bürger, die sich weiger⸗
ten, den französischen Annexionsgelüsten zu dienen und ihr
Deutschtum zu verleugnen, gehörten zur Tagesordnung. Nicht
zufrieden mit der Einverleibung als solcher, begannen die
Franzosen, jede Spur deutschen Wesens und deutscher Art
im Saarlande auszurotten — wie man ja heute auch schon
die „Déebochifierung“ ElsaßLothringens betreibt —: die alte
städtische Verfassung von St. Johann und Saarbrücken wurde,
nachdem sie 477 Jahre bestanden hatte, aufgehoben und durch
die franzöfssche Municipalverfassung ersetzt. Neben diesen
Gewaltmaßregeln fehlte es nicht an Versuchen, die Bewohner
zu einer freiwilligen Entscheidung für Frankreich zu veran—
lassen. Schon als im Jahre 1797 das linke Rheinufer tat—
sächlich, wenn auch noch nicht staatsrechtlich an Frankreich fiel,
wurde in Saarbrücken am 31. Dezember des Jahres die Be—
völkerung eingeladen, in der Kirche zu erscheinen. Den
Wenigen, die sich einfanden, wurde eröffnet, daß nunmehr
            
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