nur in den Hauptstraßen angebracht war, war gleich Null.
So hat man ein anschauliches Bild von diesem Wassertrans—
port von der Saar nach der Brandstelle. Nun zurück zur
Brandstelle. Das Feuer hat durch Wassermangel und das
Fehlen einer geschülten Feuerwehr bereits eine solche Aus—
dehnung genommen, daß mit Wosserspritzen nicht mehr, viel
gewonnen werden kann; man muß die Nachbarhäuser schützen
und den Brand soviel als möglich auf seinen Herd be—⸗
schränken. Dazu werden die brennenden Sparren und das
Dachgespärre mit großen Feuerhaken — welche in früherer
Zeit eine große Rolle spielten, heute kennt man sie wohl
aum noch — auseinander gerissen. Die Hauptakteure dabei
waren die Bauhandwerker, namentlich die Dachdecker und
Schornsteinfeger. Da es aber mit dem einheitlichen KRommando
noch nicht so war wie heute, wo die Feuerwehr ruhig und
sachgemäß arbeitet, so kamen auch manchmal drollige Szenen
bor, denn viele wollten es besser wissen, wie es gemächt werde
und wollten auch ihre Weisheit zur Geltung bringen. Da
die Leute nicht unisormiert wären, so wußte man, namentlich
bei Nacht, nicht immer, wer zu kommandieren hatte.
Die allzu ungestüm Vordringenden, die man beim Löschen
und Einreißen mit den schweren Feuerhaken doch nicht, ge—
brauchen konnte, wurden mit Donnerwetter zurückgedrängt
oder aufgefordert, an die Spritzen zu gehen bezw. die an den
Spritzen Pumpenden abzulösen; dann konzentrierte sich immer
ein Teil von selbst rückwärts. Alles Wasser mußte damals
noch von Hand gepumpt werden. Die Pumpenden, sowohl
an den Spritzen als auch an den damals vorhandenen
Pumpbrunnen, deren zwar nur einige wenige vorhanden
waren und auch bei starkem Betrieb manchmal ausgepumpt
waren, mußten von Zeit zu Zeit abgelöst werden, wozu aber
immer ein Teil der Zuschauer keine große Lust hatte. Doch
muß man sagen, daß im großen gänzen die Bürgerschaft
beim Löschen eines Brandes, den damaligen Verhältnissen
entsprechend, vollauf ihre Schuldigkeit tat.
Ungeheure Hitze verbreitete sich, namentlich in engen
Gassen; riesiger Duͤrst stellte sich bei den Löschmannschaften ein,
und mancher schleicht sich bei Seite, um seinen Durst im Wirts⸗
hause zu stillen. Da kein Feuerwehrmann ein Abzeichen trug,
fiel es auch nicht auf.
War es nun endlich den anstrengenden Bemühungen der
Bürger gelungen, die verzehrende Glut zu dämpfen und das
Feuer zu löschen, sodaß sich die St. Johanner mit ihren
Spritzen bereits zum Abzuge rüsteten, dann erscholl auf ein—
mal lautes Pferdegetrappel und Wagengerassel und der Ruf:
„Platz da!“ wurde hörbar. Das Publikum, das die Brandstelle