Full text : Jugenderinnerungen aus der alten Saarbrücker Zeit

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ihren leeren Bütten wieder ab. Aus den großen, neben den
pihen stehenden Bauchbütten wurden dann die Spritzen
gespeist.
Alles Wasser, das die Brunnen lieferten, wurde herbei—
geschafft. Mittlerweile hatten auch die Bierbrauer angespannt
und fuhren auf Wagen im Galopp große Fässer mit Wasser
heran. An verschiedenen Häusern, hauptsächlich an den
zffentlichen Gebäuden, Kasernen, Bergamt, Landgericht usw.,
standen große Fässer auf Schlittenküfen unter den Abfall—
röhren der Dachrinnen, dieselben waren stets mit Wasser ge—
füllt. Im Falle eines Brandes wurden sie mit Pferden nach
der Brandstelle geschleift und mit dem Wasser die Spritzen
gespeist. Das Publikum, das nicht wie heute von der Brand—
stelle entfernt gehalten wurde, stob, jedesmal, wenn so ein
Wasserwagen im Galopp ankam, mit Entsetzen und großem
Geschrei auseinander.
Dies alles reichte aber bei einem größeren Brande, wo
mehrere Spritzen in Tätigkeit waren, zum Löschen des Feuers
nicht aus. Jetzt mußten die Wasserreihen zum Wasserschöpfen
aus der Saar gebildet werden, und zwar, eine Reihe für die
pollen Eimer von der Saar nach der Brandstelle und eine
Reihe für die leeren Eimer von der Brandstelle nach der Saar
zurück. Hierzu war eine Unmasse von Personen erforderlich.
Niemand durfte sich dem entziehen. Zu der Reihe für die
leeren Eimer wurden vielfach die Kinder und schwachen Leute
herangezogen. Viele suchten sich nach einiger Zeit wieder zu
drücken; denn man wurde ziemlich naß bei dem Geschäfte und be—
kam ja auch, je nach der Jahreszeit, nasse und kalte Füße;
dadurch entstanden dann immer Luͤcken und Stockungen in der
Wasserbeförderung. Wenn jedoch einige energische Leute in
den Wasserreihen waren, dann wurde aus dem Drücken nichts,
dann hieß es: „Was, der will sich drücken, hier geblieben wie
wir auch!“; vielfach fehlten aber diese energischen Leute in
den Reihen. Bis die Eimer von der Saar, von Hand zu
dand gelangt, an der Brandstelle ankamen, hatten sie meistens
beinahe ihren halben Inhalt verloren. Diese Wasserbe⸗
schaffung bei einem starken Brande und dann noch in
schlechter Jahreszeit war eine Hauptschwierigkeit der
damaligen Feuerloͤschung. Man denke sich eine Doppelreihe
Menschen z. B. von der Saar, da, wo die Marktschiffe an—
legen — nach dorthin wurden immer die Reihen gebildet,
weil man da am bequemsten schöpfen konnte — nach der
Metzerstraße oder sonst einem damals entfernten Punkte der
Stadt, diese Reihen fortwährend von Durchbrennern ins
Stocken gebracht, hauptsächlich bei dunkler Nacht, von Fackeln
nur spärlich beschienen, denn die Straßenbeleüchtung, welche
            
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