Full text : Jugenderinnerungen aus der alten Saarbrücker Zeit

gerichtsrat Hösternann, den Untersuchungsrichtern Salm,
Schmitz und Karcher, den Assessoren Pung, Schiller und
Simon, dem Oberprokurator v. Ammon, dem Staatsproku—
ratoren Petersholz und v. Gärtner, ferner den Referendaren
Weisborn, Auer und Sello. Das Landgerichtssekretariat be—
stand aus Obersekretär Tosetti, den Landgerichtssekretären
Binger und Kampers und den Gehilfen Zimmermann und
Beuerle, dem Parkettsekretär Theobald. Ferner waren dort
Anwälte: Bochholz, Bonnet, Dietzsch, Lautz, Riotte, Wins—
weiler und Böcking, sowie der Friedensrichter Nöggerath und
dessen Sekretär Pfeilstücker.
Ein Vergleich mit dem heutigen Beamtenpersonal des
Landgerichts Saarbrücken, welches aus zirka 130 Personen
hesteht, läßt erkennen, wie stark sich dieses vermehrt hat.
Die größte Umwandlung haben aber unstreitig die
Schulen von Saarbrücken erfahren. Heute haben wir in
unserer Großstadt außer Gymnasium und Volksschulen noch
eine Oberrealschule, ein Reformgymnasium, eine höhere
Töchterschule, ein Lehrerinnen-Seminar, die Ursulinenschule,
die zehnklassige höhere Mädchenschule Kablé und die Mädchen—
Mittelschule. Nach dem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“
über die Sitzung des Stadtverordneten-Kollegiums vom 6. No⸗
pember 1912 sind am 1. April 1913 allein an den städtischen
Volksschulen unserer Stadt 349 Lehrpersonen angestellt.
Vor sechzig Jahren sah es in dieser Beziehung in unserer
Vaterstadt Saarbrücken ganz anders aus. Außer dem Gym—
nasium, welches nur von einer geringen Schülerzahl besucht
wurde, gab es in Saarbrücken 4 evangelische Knabenschulen
mit den Lehrern Müller, Mahr, Berninger und Simon und 3
evangelische Mädchenschulen mit den Lehrern Thum, Zimmer⸗
mann und Alberts; ferner zwei gemischte katholische Schulen
für Knaben und Mädchen mit den Lehrern Marx und Martin.
Außerdem gab es noch eine Armenschule unter dem Lehrer
Caine; letztere war vom Schulgeld, welches dazumal noch für
den Besuch der Elementarschulen erhoben wurde, befreit.
In St. Johann bestanden im ganzen fünf evangelische
Schuͤlen für Knaben und Mädchen unter den Lehrern Lichten—
berger, Koch, Hauck, Schnebel und Bruch und zwei katholische
Schulklassen mit den Lehrern Weingärtner und König.
In Malstatt war eine evangelische Schule unter Lehrer
Geibel und eine katholische Schule unter Lehrer Steilen vor—
handen. In Burbach war nur eine evangelische Schule unter
Lehrer Mirtz, in Dudweiler eine evangelische Schule unter
Lehrer Angermünde. In St. Arnual gab es zwei evangelische
Schulen unter den Lehrern Leonhard und Plunien.
            
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