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träger Engel,
Simon, einem
die Postwagen.
Man lese: Ein Briefträger für beide Städte. Briefkasten
gab es, so weit ich mich erinnere, in Saarbrücken noch nicht.
Man hatte auch noch keine Briefmarken und Postkarten. Hatte
man einen Brief geschrieben, so begab man sich damit zum
Posthalter und frug, falls man ihn frei machen wollte, — was
damals kaum geschah, denn man überließ das Porto dem
Empfänger —, was der Brief koste. Der Postbeamte prüfte
ihn und, sagte darauf, soundsoviel Silbergroschen kostet er.
Das gewöhnliche Porto für einfache Briefe betrug 8/2 Silber—
groschen. Wenn der Briefträger einen Brief brachte, mußte
man noch 6 Pfennig Bestellgeld bezahlen. Wenn der Brief—
träger durch die Stadt ging und in ein Haus trat, so war dies
ein Ereignis; die Nachbarn streckten die Köpfe zum Fenster
heraus und sagten zu einander: „Haben Sie, oder hast Du ge—
sehen, der Briefträger ist bei N. N. ins Haus gegangen; die
müssen einen Brief erhalten haben“; gleich darauf stellten sich
auch einige Neugierige ein und frugen, was los wäre.
Der Brieftraͤger, damals schon ein alter Mann, konnte
oder wollte keine Treppen steigen — Hausbriefkasten gab es
noch nicht. Wenn der, für den der Brief bestimmt war, nicht
Parterre wohnte, rief er mit lauter Stimme: „Herr N. N.
bringen Sie mal gleich 312,, Silbergroschen herunter, ich habe
einen Brief für Sie!“
Heute zählt die Saarbrücker Post zirka 100 obere und mitt—
lere Beamten und weit über 200 Unterbeamte.
In ähnlicher Weise wie die Post hat sich das Personal
und die Arbeiterschaft unseres heimischen Bergbaues seit dieser
Zeit vermehrt.
Während nach dem Bergmannskalender für 1912 die
Bergwerksdirektion in Saarbrücken, welcher 15 Grubenver—
waltungen mit zirka 1500 Beamten und weit über 50000
Arbeiter unterstellt sind, aus zirka 70 Beamten besteht, ge—
hörten der Bergverwaltung von Saarbrücken im Jahré 1882
an: der Direktor Geheimer Bergrat Sello, das Mitglied Berg—
rat Gottlieb, die Bergmeister Lüttke, Bauer und Feldmann,
der Bauinspektor Oberbeck und der Assessor und Markscheider
Honigmann, die Kanzlisten und Registraturbeamten Post,
o. Collani, Charié, die Kassenbeamten Weisborn und Jung
und die Revisionsbeamten Zimmermann und Müller.
Auf den einzelnen Werken waren dem entsprechend nur
wenige Beamten und eine kleine Zahl Arbeiter vorhanden.
Das Königliche Landgericht Saarbrücken bestand zu der
Zeit aus: Praͤsident Zweifel, Kammerpräsident Maus, Land—
Wagenmeister Schellenberg, Landbriefträger
Hilfsboten und fünf Begleitkondukteuren für