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wurde französischer Rotwein die Flasche zu 8212 Sous ge—
trunken und französisches Kranzbrot mit Rahmkäse dazu ge—
gessen. Die Damen nahmen vielfach von Haus aus Zucker mit,
den sie vorher in kleine Stücke zurecht schlugen, denn den
Würfelzucker kannte man nicht, um damit den Wein, der aller—
dings nicht bester Sorte war, zu versüßen. Gegen abend wurde
vielfach in animierter Stimmung die Chausseé entlang, welche
damals noch mit hohen Pappelbäumen eingefaßt wär, nach
Hause marschiert, wobei die Jugend an dem bereits heruntet
gelassenen Chausseebaum der dusedi Folsterhöhe im Ueber—
mute die Bauchwelle machte.
Sonntags abends, mitunter auch in der Woche, gingen die
Bürger, grade so wie heute in ihre Stammkneipen. Sobald an
einem Tische einige Gaͤste beisammen waren, wurde aus vollem
Halse ein Lied angestimmt, und zwar sang man meist bekannte
Volkslieder, z. B. „Ich hab mich ergeben“, „Dort wo der
alte Rhein mit seinen Wellen“, „Guter Mond“ usw. Aber auch
die Arndt'schen Freiheitslieder wurden gesungen. Wenn man
in eine Wirtschaft kam, wo schon Bekaunte saßen, so wurde
einem zugetrunken; man mußte dann „Bescheid“ tun, wie es
hieß. Von jedem der einem Zutrank, mußte man einen Schluck
aus seinem Glase trinken, und vorher mit allen anderen die
am Tische saßen, anstoßen. Tat man dies nicht, so galt dies
als Beleidigung. Ebenso war es mit dem Tabakschnupfen. Die
meisten älteren Leute schnupften damals. Es wurde dann
fortwährend irgend eine Schnupftabaksdose herumgereicht,
meistens war die Dose aus Birkenholzrinde, ein sogenannter
„Ziehamriemen“; man mußte eine Prise nehmen und dabei
aufpassen, daß man, wenn einer der älteren Herren nieste,
nicht vergaß: „Zur Gesundheit“ oder „Votre santéel!“ zu
sagen. Eine Unterlassung wurde ebenfalls krumm genommen.
Nach Eintritt der Dunkelheit sah es in Saarbrücken damals
anders aus als heute. Es war dann natürlich dunkel in den
Gassen. Als Straßenbeleuchtung hingen in nicht zu kurzer
Entfernung an Ketten, die quer über die Straßen gespannt
waren, in der Mitte der Straße Oellampen, aber fast nur in
Hauptstraßen bezw. Gassen, in den Seitengassen war meistens
keine Beleuchtung. Diese Laternen wurden von einem be—
sonderen Arbeiter, dem alten Laternenanzünder und Tüncher
Tag, abends herunter gelassen, angezündet und wieder hoch—
gezogen. Des morgens wurden die Laternen von demselben
wieder heruntergelassen, gereinigt und mit frischem Oel soweit
gefüllt, daß sie eine gewisse Zeit brannten, und, dann wieder
hochgezogen. Es war dies gewiß eine umständliche und zeit—
raubende Arbeit, allein es war nicht einfacher zu machen,