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trolle auszuüben. Der kleinste ungeeignetste Raum konnte als
Wirtschaftslokal verwendet werden; es wurde nicht gefragt,
ob und wie die Bedürfnisanstalten beschaffen seien. Es gab
Kneipen, die so eng und beschränkt waren, daß sich kaum
/, Dutzend Menschen in denselben drehen und wenden konnten,
aber auch um die übrigen Verhältnisse bekümmerte sich kein
Mensch.
Die Metzgerbudiken, wie sie damals genannt wurden, waren
zum Teil in Kellerräumen, in die nur spärlich Licht von außen
eindrang, eingerichtet. Am Schloßplatz und in der Obergasse
waren drei solcher Metzgerbudiken. Hinter dem Verkaufs—
keller lag ein weiterer dunkler Raum mit zum Teil ohne, oder
nur spärlichem Licht, in dem Fleischwaren aufbewahrt wur—
den. Ein Metzgermeister, der seine Budik in einem Keller⸗
lokal unter dem Landgericht hatte, schlachtete sein Vieh in
einem hinter seinem Verkaufslokal liegenden Keller. Es war
immer ein wenig anziehendes Schauspiel, wenn ein sich
sträubender Ochse oder eine Kuh, die geschlachtet werden sollte
und ihr Schicksal im voraus ahnte, mit Mühe und Not von
der Straße aus die Treppe hinunter nach dem Schlachtlokale
gebracht wurde. Die Wände der Kellerlokale waren meistens
nicht hell, sondern blutfarbig getüncht. Der Fußboden war
den damaligen Zeiten entsprechend mit Sandsteinplatten oder
Ziegelsteinen geplättet. Zementboden oder harte Fußboden—
pläfttchen kannte man noch nicht. Ebenso gab es weder Abzugs—
kanal, Wasserleitung noch Gaslicht, noch Eis. Ein gründliche
Ausspülung des Lokals war deshalb nicht gut möglich.
An diesen Zuständen war aber mit dem besten Willen
nichts zu ändern. Aber nicht alle Metzger verkauften in Keller—
lokalen, es gab auch einige, die räumlich nicht eingeengt waren
und helle nicht im Keller gelegene Metzgerbudiken hatten, eben⸗
so auch Schlachtlokale. Städtische bezw. öffentliche Schlacht—
häuser gab es noch nicht, infolgedessen fehlte guch jede Kon—
kanal, Wasserleitung, noch Gaslicht, noch Eis. Einé gründliche
Man mußte mit den damaligen Verheliniffen rechnen. In
anderen Städten, z. B. in Bremen und Hamburg, wo ich als
junger Mann mehrere Jahre lebte und deshalb die dortigen
Verhältnisse aus eigener Anschauung beurteilen kann, war es
in dieser Beziehung noch viel schlimmer. Das Wort Hygiene
kannte man damals in geschäftlicher Beziehung, oder sagen wir
lieber überhaupt noch nicht.
Wie ganz anders sieht es heute beim Metzgereigewerbe aus!
Da wetteifert einer mit dem andern in bezug auf, Reinlichkeit
und Ausstattung seines Verkaufslokals. Der frühere Name
Metzgerbudik ist verbönt und das mit Recht; aus den früheren