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als an den Enden; mit einem Stocke wurde kräftig darauf
geschlagen, worauf die Hölzer in die Höhe schnerrten.
Die Mädchen spielten noch „Ringle, ringle Reihe“ und
„Klara mit den bunten Haauren“, mit Vorliebe auch „Schul⸗
meister“, wobei das Eine den Lehrer machte, die Anderen
waren die Schulkinder usw. Bei all diesen Spielen hatten die
Kinder urwüchsige Spielausdrücke, die sich Generationen hin—
durch fortpflanzten, die aber in der Neuzeit verschwunden zu
sein scheinen, wenigstens hört man sie nicht mehr oder nur
selten, z. B. „Giff gaff, es gilt mir nicht“, „Kutschieß, potreck
potschneller oder alles was gilt“.
Die noch lebenden Zeitgenossen werden sich der Kinder—
spiele aus ihrer Jugendzeit noch lebhaft erinnern.
Die damalige Kinderzeit verlebte sich ganz anders
als heute. In der verdienstlosen Zeit hatten viele Eltern ihre
Sorge ums Leben, sie mußten sich plagen, um ehrlich und
anstaäͤndig durchzukommen. Wenn auch die Lebenshaltung,
die sehr einfach war, kaum *4, von heute kostete, so war auch
dementsprechend der Verdienst und das Einkommen gering.
Vielfach müßten die Kinder mit angreifen und helfen; da
fast jeder Bürger mehr oder weniger Landwirtschaft trieb,
gab es für die Kinder immer zu tun.
Die Schaustellungen und Vergnügungen
waren sehr harmloser Natur. Einmal im Jahre war „Kirb“
in „Köhle Garten“; derselbe lag quer in der heutigen Kron—
prinzenstraße, die damals an den Schulhäusern endigte,
zwischen der heutigen katholischen Kirche und den Häusern
gegenüber. Es wurden dann abends über der Gartentüre in
einem Bogen bunte Lämpchen angezündet. Jung und Alt
ging hin und freute sich über diese prachtvolle Beleuchtung,
Aber auch eine Karussell war außerhalb, da, wo jetzt das
kleinere der beiden Schulhäuser steht, aufgestellt. Ein Ein—
wohner aus St. Johann, der den Feldzug 1812 nach Ruß—
land noch mitgemacht hatte, der sogenannte Eselsreith —
man nannte ihn so, weil er ein Eselsfuhrwerk, damals hier
eine Seltenheit, besaß — hatte eine Karussell aufgeschlagen.
Man darf es aber bei Leibe nicht mit einem Karussell der
en Zeit vergleichen, den es bestand nur, aus einem
Balkenkreuz mit e ohne Leinwandüberdachung.
An den vier Enden der Balken war je ein kleines Pferdchen,
ein sogenanntes Schaukelpferdchen, aufgesetzt. Die Pferdchen
waren aus Pappe und Leim von einem hiesigen Bürger, dem
sogenannten „Glütig“, angefertigt. Derselbe machte fast nichts
anderes als Schaukelpferdchen, die zu Weihnachten den
Kindern beschert wurden. Den Namen „Glütig“ hatte er
davon, daß er einmal einen zu warmen Käsekuchen aß und