der Saar mit einer angeschwemmten Sandbank davor, die
die Insel genannt wurde. Die Bucht zwischen dem Festlande
und der Sandbank, ein kleiner, aber klarer Wassertümpel von
zirka 80 bis 90 Quadratmeter Fläche und von einer Tiefe von
50 bis 70 Zentimeter, welcher durch die in die Saar ein—
gebauten Krippen (Stromabweiser) gebildet wurde, war der
Kinderbadeplatz. Des Abends wurde diese Stelle auch von er⸗
wachsenen Jungfrauen zum Baden benutzt, nachdem sie vorher
Wachen ausgestellt hatten, die mit einem Rechenstiel bewaffnet
waren. Dieser Badeplatz durfte von größeren Buben und
erwachsenen männlichen Personen nicht betreten werden, was
auch streng beachtet wurde.
Auch die ganz kleinen Mädchen pudelten sich oft gemein—
schaftlich mit kleinen Jungen an diesem nicht gefährlichen Bade—
platze am „heißen Sand“. Es wurde diesbezüglich ein
Stückchen erzählt, das ich, ohne mich für die Wahrheit zu ver—
bürgen, hier doch zum Besten geben will. Zu dem damaligen
Schuͤlinspektor, dem Oberpfarrer Römer, kam eines Tages
jemand in sittlicher Entrüstung und meldete ihm, daß da unten
am „heißen Sande“ die Jungen und Mädchen gemeinschaftlich
in der Saar badeten. Der Herr Oberpfarrer wollte sich per—
sönlich von der „Ungeheuerlichkeit“ überzeugen und machte
sich auf den Weg nach dem genannten Badeplatz. Unterwegs
kam ihm solch ein kleiner Knirps aus dem Bade entgegen. Der
humane Geistliche frug ihn:; „Warst Du auch am „heißen
Sand“ baden?“ „Jawohl,“ erwiderte der Junge. „Sind
auch noch größere Kinder dorten?“ „Nein!“ „Sind auch
Mädchen darunter?“ Darauf erwiderte der Junge: „Ich weiß
es nicht, man kanns nicht sehen, sie haben ja keine Kleider
an!“ Zufrieden lächelnd ging darauf der Herr Schulinspektor
und Oberpfarrer wieder nach Hause.
Oberhalb der alten Saarbrücke wurde auf der St. Jo—
hanner Seite der Saar die noch heute bestehende Bade⸗ und
Schwimmanstalt errichtet und zwar, was sie heute noch ist, als
Aklienunternehmen. Hier badeten die oberen „Zehntausend“
oder die, die sonst noch das Geld dazu hatten, und erlernten
bei dem Schwimmeister Latte das Schwimmen. Dann gab es
noch eine Badegelegenheit in St. Johann auf der sogenannten
„Voltze-Mühle“, da wo heute der „Volksgarten“ resp. „Stadt⸗
garten“ sich befindet.
Unsere Stadtverwaltung hatte in damaliger Zeit für ge—
sundheitliche Einrichtungen, wie Badeplätze und dergleichen
nichts übrig. Nicht einmal eine kleine, überdachte Bretterbude
zum Aus- und Änkleiden bei Regenwetter ließ sie errichten.
Das Einzige, was sie für öffentliche Badezwecke sich leistete,