und unebenen Gassen von Alt-Saarbrücken und auch von
St. Johann mit den in die Straße reichenden Kellerhälsen
und Treppenvorbauten, hauptsächlich in der Schloßstraße,
Vorstadtstraße und Hintergasse usw. deren wir uns aus unseren
Jugendjahren noch erinnern, die aber seit langen Jahren
hereits beseitigt sind. Hierzu denke man sich die primitiven
dausangelegenheiten, die sich leider meist auf dem Hofe be—
fanden, ferner das Fehlen von Straßenbeleuchtung und
Bürgersteig, vor allem aber das Nichtvorhandensein der
Wasserleitung und der Kanalisation. Vergegenwärtige man
ich endlich noch, daß fast in jedem Hause eine ausgedehnte
Schweinezucht betrieben wurde, dann bekommt man einen
Begriff von der guten, alten Saarbrücker Zeit! Damit ist
aber nicht gesagt, daß sich die Menschen damals schlechter
standen; sie fühlten sich eben so glücklich oder unglücklich wie
heute, sie wußten eben von nichts Besserem. Sie hatten ihr
Auskommen, zahlten fast keine Steuern; denn Saarbrücken
keinen Pfennig Schulden, dagegen Wald und sonstiges
Eigentum.
Die Kindererziehung des Mittelstandes war in
jeder Beziehung leichter und einfacher. Mit 14 Jahren kamen
die Jungen aus der Schule und träten in die Lehre, nachdem
sie während der Schulzeit bei den Feld- und Gartenarbeiten
tüchtig hatten helfen müssen. Dann machten sie den Eltern
weiter keine Kosten, bis sie zum Militär eintraten, was wieder
Unkosten verursachte, weil der Junge dann eine Unterstützung
pon 1-2 Talern monatlich 33 mußte. Man sieht also,
Zummer und Sorgen hatten unsere Saarbrücker Vorfahren
weniger als heute, im Gegenteil, mit ihren Anschauungen be—
trachtet, waren sie besser daran als die heutige Generation.
Die Arbeiter, deren es nicht viel damals gab, besuchten
selten in der Woche ein Wirtshaus; denn dazu war ihr Ver—
dienst doch zu gering. Ein Taglöhner hatte bei einer Arbeits—
zeit von mörgens 5 Uhr bis abends 7 Uhr mit den nötigen
Frühstücks- und Mittagspausen einen Tagesverdienst von acht
Silbergroschen. Ein Maurer verdiente 12 bis 15 Silber—
groschen. Fabriken und Werkstätten, in denen man soviel ver—
diente wie heute, gab es noch nicht
Die Handwerksmeister, nicht die Gesellen, tranken
zum Teil ihren Abendschoppen. Auch machten die Meister
seden Montag einen ausgedehnten Frühschoppen, aber stets
m Arbeitskostüm mit vorgebundener Arbeitsschürze. Irgend
ein Stück Werkzeug, Hammer, Zange, Hobel oder Säge wurde
dabei mit in das Wirtshaus genommen.
Was an die Zustände der früheren Zeiten unserer Vater—
ttadt noch erinnert, sind fast nur mehr die alten ehrwürdigen