Full text : Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

*

zugeben. Zerknirscht verweist er auf Frau v. Scheid,
welche den Inhalt seiner Mission kenne. Aber
die gute Fränz ist schreckensstarr und stumm.
Wiederholt verlangt Marianne Auskunft; sie nimmt
Platz, um den höéros national auch zum Setzen
zu veranlassen; er aber zieht den eben herzutre—
tenden Hauptmann Bertrand auf die Seite, und
durch diesen erst erfährt die Bedrohte mit klaren
Worten, was ihr bevorsteht, was sie längst gefühlt.
Sie hat nur einen Gedanken: Boutay muß
in irgend einer Weise beschämt aufgehalten werden!
Voll königlichen Selbstbewußtseins erhebt sie
sich. Das seit Jahren durch die schmachvollen
Ränke dieser Freiheitsschwindler und nicht zuletzt
dieses Räubers erlittene Unrecht, all der lang ver⸗
haltene Groll gegen die empörende Habsucht —
denn aus einer andern Triebfeder konnte all das
nicht hervorgehen —, der Groll gegen die infame
Niederträchtigkeit der „Volksbeglücker“, die hier
durch einen bubenhaften Feigling vertreten sind,
dem sie nur Gutes erwiesen, all das drängt sich
der Verfolgten auf die Zunge. Wie Donnerwort
an böses Gewissen fallen ihre Worte auf Boutay,
der — zuletzt ihr beipflichtet, sich selbst verurteilt!!
Und nun ist das Eisen warm: Wie in Verachtung
über diese Memme herrscht die hohe Dame ihren
Arreteur an: Veuillez attendre ici. Je voudrais
hien aller un moment à ma chambre“]

*) Warten Sie gefälligst hier! Ich werde auf einen
Augenblick mich auf mein Zimmer begeben.
            
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