auch in Lebensnot ihrem Worte und Amte gerecht
werden, dann gebührt ihr die Krone des getreuen
Dieners.
Zunächst gilt es, zum Verluste Forbachs gute
Miene zu machen und am Kriege der Verbündeten
sich unbeteiligt zu erklären. Wirklich sendet darauf—
hin General Kellermann der verehrten Dame einen
Schutzbrief. Die Gemüter beruhigten sich. Die
Ernte verläuft, wenn auch in gedrückter, so doch
nicht trostloser Stimmung. Draußen in der Pfalz
reifen nun die Trauben. Ob die Reichsgräfin
auch dieses Jahr zur Weinlese, zu Mutter und
Brüdern nach Hernsheim, Worms und Wainz
gehen wird? Diese Befürchtung lag umso näher,
als die älteste leyensche Prinzessin schon seit einiger
Zeit wegen Neuralgie sich in Pflege bei ihrem
Onkel, dem Bruder der Mutter, Domkapitular
Karl Theodor von Dalberg, in MWainz befand,
dessen Leibarzt Pauly sich gerade in Nervenfragen
eines großen Rufes erfreute. Angstliche Gemüter
trugen den Gedanken von einer Herbstreise hinaus,
und als nunmehr auch die Septembermorde von
Paris, die Abschaffung des Königstums (22. Sept.)
und die Prozessierung des Königs bekannt wurde,
war der Schreck fertig: die Gräfin geht fort, es
kommen Kellermannsche Franzosen — das Land
ist verloren!
Die beiden ersten Zeitungen waren richtig;
jedoch wollte Marianne blos auf kurze Zeit reisen,
und die gefürchteten Söldner kamen nur, um als