Full text: Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

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zu. Wie sollte sie auch denken, daß es ihr gelten 
könne? Weiß sie für den schlimmsten Fall doch, 
daß sie stets ihre Pflicht getan hat und jedes Ge— 
richt ruhig über sich ergehen lassen kann! Und 
dann war sie ja in Deutschland und eine deutsche 
Fürstin! Aber Ideen kennen gleich Pflanzen— 
keimen nicht Schranken noch politische Grenzen; 
von ungekannten Kräften getragen, dringen sie 
durch Spalten und Poren und wurzeln und 
wachsen, wo immer nur Boden für sie vorhanden. 
Ein solcher aber war für jene bestrickenden Ideen 
auch in vielen Ländern Deutschlands durch zahl— 
reiche und schwere Äbergriffe tyrannischer oder sinn⸗ 
licher Herrscher geschaffen. Begierig nahm dieser 
Boden den Samen völkerbeglückender Weisheit 
auf. Im Verborgenen wird gesät, gesät überall. 
Nationalgardisten durchqueren bald auch das 
leyensche Land, das im Westen dem Franken— 
Reich, im Osten dem gut französischen Landau i. Pf. 
so nahe lag; so können ungehindert Flugbätterss) 
unter die Wassen gestreut werden, die in treffen⸗ 
den Schlagwörtern die dermalige gedrückte Lage 
des Untertanen, die republikanische Zukunft mit 
sinn⸗ und geistberückender Sprache schildern und 
endlich mit flammenden Worten alle Armen und 
Bedrückten zur Freiheit, zum Anschluß an die 
Jakobinischen Ideen aufrufen. Bald sind, gepreßt 
von dämonischem Einflusse inferiorer Geister, ge⸗ 
packt von dem bestrickenden Schiller der Neuheit, 
fortgerissen vom Strudel der Zeit, durch jene
	        
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