Full text : Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

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aller fremden Form doch innerliche Geradheit,
Ungezwungenheit und Wohlwollen — das war
das Haus Wariannens.
Freilich gab es auch da viel zu tadeln. Die
endlosen Bauten — der junge Philipp haͤtte sich
3. B. auch zwei Schlößchen ins Würzbacher Tal
gestellt: die noch wohlerhaltene Philippsburg bei
Niederwürzbach und die gänzlich verschwundene
Solitude ) „Bagatelle“ bei Seelbach — ver—
schlangen viel Geld, wenn das auch im Hinblick
auf Zweibrücken, wo Herzog Karl August 10 Millionen
 für das zweibrückische Versailles Karlsberg
brauchte, nicht nennenswert gewesen und der
leyensche Untertan keinen Deut zu allem zu zahlen
hatte. Allein des letzteren angeborener kritischer
Sinn hatte anderweitig viele Nahrung erhalten.
Der Luxus im Schlosse, wo sogar bedienende
Mohren, Heiducken nicht fehlten, und die Pracht
der Beamten in Kleidern stand eben auch in
schreiendem Gegensatz zu der Einfachheit, welche
durch die höchste Stelle selbst von den Untertanen
gefordert wurde und den „Weibsleuten“ z. B. bei
Trauerfällen nicht einmal ein schwarzes Kleid,
sondern nur ein dunkles Halstüchlein erlauben
wollte. Das gab reichlich Stoff zu anzüglichen
Reden über Sparsamkeit im privaten und öffent⸗
lichen Leben insbesondere z. B. im Polizei⸗ und
Regierungsapparat. Die neu eingeführte Staats⸗
lotterie war auch nichts Gutes, und Warianne
Einsiedelei.
            
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