Full text: Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

43 
sie auch für die der Beamten! Und für die leib— 
liche Gesundheit im Lande glaubte sie nicht nur 
durch Anlage von teilweise heute noch erhaltenen 
Brunnen!9 und Wasserleitungen, sondern auch 
durch das Verbot der „Kirch‘ höfe zu wirken. In 
einer eigenen diesbezüglichen Verordnung wird die 
fernere Benützung der Kirchen und Kirchgärten zu 
Beerdigungszwecken rundweg untersagt und der 
Residenzstadt die Anlage eines neuen — des gegen— 
wärtigen Gottesackers nahe gelegt. ) Gleichzeitig 
wurde nach dem Beispiele von Dutzenden von 
anderen Fürsten auch die Begräbnisweise geregelt 
und einmal wieder gegen den Luxus bei Leichen— 
feierlichkeiten zweck- und ernstlos „mandadiert“ 
d. i. mit Strafen gedroht. 
So hat Veichsgräfin Marianne für die mate— 
rielle Förderung ihrer Untertanen unleugbares 
Wohlwollen bekundet. Und doch liegen ihre Ver— 
dienste mehr auf geistigem Gebiete des Kirchen— 
und Schulwesens. 
Franz Karl hatte noch die Klostergründung 
veranlaßt; am 6. Wärz 1775 ersuchte der Pat. 
prov. Jos. Nelzen der rheinischen Franziskaner 
den Bischof von Metz um Genehmigung zum Bau, 
welcher Bitte, nach eingeholter Zustimmung des 
Reichsgrafen, am 6. Mai ds. Is. entsprochen 
wurde. Alsbald begann das Graben und Zim— 
mern; den 3 Worgen großen Bauplatz vom besten 
Lande unmittelbar neben dem Schlosse, das nötige 
Holz, die auf über 11000 fl. stehende Ornament—
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.