Full text : Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

gegend als eine selbständige Rasse gilt, so hat
auch Wariannens Regierungseifer einen Teil des
Verdienstes daran für sich.
Warianne war eine Naturfreundin; in ihre
Gärten hat sich manche seltene Blume geflüchtet,
und mauche der noch heute auffallend zahlreichen
edlen Obstsorten ist durch sie von Rhein und Mosel
gekommen. Der Gartenbau kam an der Blies in
bessere Aufnahme, umfaßte endlich 2000 Morgen,
zunächst infolge des günstigen Absatzes auf den
Gemüsemärkten der Residenzstadt ssiehe unten die
Warktordnung], dann aber auch durch die vom
Hofe beliebte Natursinnigkeit. Welchem Fremden
fiele nicht jetzt noch die sorgfältige, anheimelnde
Pflege, der Reichtum an Gärten auf, die sich am
Hochufer der Blies hinziehen, überall sogar jede
Muance, jede Schwellung der Bodenerhebung zu
ihrem Putze zu nützen verstehen und bei deren
Durchwandern in stiller Maiennacht, wo die Nachti—
gall singt und das Mondlicht glänzt, dem träumen—
den Spaziergänger der Gedanke kommt: Ist nicht
alles das wie ein Wärchen und schimmert nicht
aus den trümmerhaften Hüllen die alte Pracht
und Herrlichkeit?
AÄbrigens — eitel Wonne und Schönheit war
nicht überall! In Forstsachen war Marianne un—
nachsichtlich streng; gemeindliche Waldgerechtigkeiten
tastete sie zwar nicht an, aber den in Schwang
gehenden Nutzungsunarten, namentlich dem in
St. Ingbert geübten Unfug, jungen Bäumchen die
            
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