39
daß das ganz in der Trias“) gelegene, aus
schwerem, mit Kalk gemischtem Boden bestehende
Land nur durch rationellste Wirtschaft gedeihen
könne, daß man namentlich „im Gau“ d. i. in
den Niederungen allein durch intensivere Viehzucht
voran kommen könne; die leichtgeneigten Matten
der Hügel, die sanft ansteigenden Talnischen, die
vielüberschwemmten Bachfelder boten die beste
Möglichkeit dazu. Erkenntnis dessen aber und
Geschick dazu fehlte dem seit kaum Wenschen—
gedenken eingewanderten Volke. Da sollten die
herrschaftlichen Schweizereien Beispiel und Grund⸗
lage geben. Auf Staatskosten wurden Wiesen
trocken gelegt. Ja, Warianne griff selbst ein,
indem sie am Würzbacher Weiher in lieblicher
Landeinsamkeit, wo Wasser, Wies und Wald und
Weide sich vereinen, den „runden Bau“, den
Annenhof „mon plaisir“, (Mein Vergnügen) und
gegenüber Maison rouge (RVotes Haus), auch
Bonvoisin d. i. Guter Nachbar genannt, sämtliche
bei Niederwürzbach, errichten ließ. Ihre ökono—
mischen Bemühungen waren nicht ohne Erfolg;
denn am Ende ihrer Herrschaft besaßen die
2055 Haushaltungen ihres Bliesländchens —
16,000 Stück Nutzvieh. darunter 2000 Kühe, je
5000 Schafe und Schweine und 1200 Pferde! 11)
Und wenn noch heute das Rindvieh der Blies—
*) Kalkhaltige geolog. Formation, aus drei Schichten
bestehend, daher der Name.