Full text: Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

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herrn dahin rief. So war 1761 auch Franz Karl, 
damals noch neu im Regentenamt, an die stille 
Blies gekommen. Den Weitgereisten mochte eben— 
sosehr die unvergleichliche Maienpracht dieses 
Tales als die prächtige Lage seines Schlosses 
überraschen, die Lage, die vorzüglich zu einem 
leyenschen Versailles taugte. Denn jetzt suchte 
man des tonangebenden Frankreichs entwildernde 
Nähe in gleichem Maße, wie man sie zu Urgroß⸗ 
vaters Tagen geflohen. So wollte es die Mode, 
und darum stieg dieses Leyenland im Preise. Metz 
und Nancy waren nahe, und ringsum lagen Höfe 
des feinsten Tones: Da war Zweibrücken, aus 
dessen Tschifflick der „große“ Ludwig XIV. sich 
Waria freite, die Tochter des edlen Stanislaus, 
der dort gelebt; Zweibrücken, aus dessen Herzogs— 
burg Ludwig IX. von Hessen Henrietta empfing, 
die große Landgräfin; Zweibrücken, wo am Hofe 
Christians IV. all die modernen Intriguen, die 
pikanten Kabalen und Liaisons“) gesponnen wurden, 
wie sie nun einmal notwendiges Bedürfnis und 
Ausstattungsstück des damaligen Hoflebens waren; 
da war Homburg mit dem paradiesischen Karls— 
berg (später Schloß); da war Pirmasens, wo 
Landgraf Ludwig seit 1741 seine Militärkolonie 
langer Kerle nach Potsdamer Muster pflag; da 
war vor allem das fassionable**) Saarbrücken, 
wo Fürst Ludwig von Nassau (1745—90) einen 
9) Löst, Ränke und Beziehungen. 
xx Hochmodisch.
	        
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