Full text : Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

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zu holen. Warianne kann jedoch nichts nehmen.
Sie ruht, an einen Baum gelehnt, indes ein kalter
Regen niedergeht. Und als es dunkelt, wandert die
Armste südwärts, um nach 5 Stunden — wieder
vor dem Pfarrhaus in Rubenheim zu stehen. Mit
ergreifenden Freudenbezeigungen wird sie hier auf—
genommen. „Der Pfarrer und seine Schwestern um—
armen mich, sie umarmen sich und wünschen sich
Glück zu meiner Rückkehr, da sie mich bereits als
verloren betrauerten. Wie war dieser Augenblick
süß für meine von Jammer zerrissene Seele!“
Eben will sie zu Bett gehen, als man pocht: Der
Gärtner von Würzbach steht draußen: Es sei ein
Preis auf die Gräfin ausgeschrieben, zwei Priester
der Nachbarschaft seien sequestriert worden. Den
Pfarrherren überfällt ein Grausen; nun darf auch er
die Nächte nicht mehr im Hause verbringen! In den
Steinbrüchen der Umgegend nächtigt er; für Ma—
rianne findet sich eine von Brombeer verwachsene
Grotte, in der sie während der Nacht des 24./25.
Mai schläft und, von Leid und Wattigkeit über—
wältigt, resigniert ihr Schicksal erwarten will. Ge—
waltsam schleppt sie von dort ein redlicher Bauer
aus Bebelsheim zu sich. Hier im stillen Mandelbach—
tale haben sich gleichzeitig alle flüchtigen leyenschen
Kleriker versammelt zu einem letzten Wort. Wer weiß,
wann der Wolf einfällt! Dann ist die Gräfin verloren.
Die Bäuerin weiß Rat. Ihr ist heute der Müller
Joh. Paul Kempfꝰs) aus Gersheim begegnet. Sei ein
gar honetter Mann, habe von der Gräfin geredet
            
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