Full text: Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

103 — 
vergeblich an der Pulvermühle daselbst und lehnt 
sich zuletzt, von Müdigkeit überwältigt, an eine Türe, 
welche sie als Mauer eines Hauses vermeinte. 
Plötzlich weicht diese Stütze, die Reichsgräfin fällt 
rückwärts in — einen Haufen frischen Klees, und 
wohltuende Wärme umgibt sie. Aber bleiben darf 
sie im Stalle nichtt Was würde denn die Vieh— 
magd tun, die nun bald kommen konnte! Weiter 
denn in Gottes Namen! 
Die nahe Pulvermühle mit ihrem Geklapper 
—0— 
empfangen. Aber fremde Arbeiter sind im Hause; 
vor Verrat ist man nicht sicher! Ob sie nicht zum 
Hause ihres Gärtners nach Niederwürzbach wolle? 
Doch — da fällt der Pulvermüllerin ein, daß ja 
heute (21. Mai) die Philippsburg bei Niederwürz— 
bach nach Warianne durchsucht werden solleꝰi) und 
alle Bauern aufgeboten seien zu streifenden Pa— 
trouillen. Die Chaussee wird sich also bald beleben. 
Die Gräfin weiß aber keinen andern Weg als diese 
Landstraße. Da verfällt ihre findige Gastgeberin 
auf den jungen Dorfschullehrer Jakob Kieferdẽ?); der 
werde ein sicherer Führer durch Gebüsch und Sumpf 
sein. Also wird er gerufen, Marianne nimmt 
Schuhe von ihrer Wirtin, und nun geht's auf Um— 
wegen in das Dorf Niederwürzbach, in dem die 
Gräfin so oft geweilt, um dessen herrliche Weiher 
—D0 
Worgenpracht, aber ihre Herrin die Reichsgräfin, 
eine bäuerliche Magd, pocht um Einlaß — bei dem
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.