Full text : Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

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Wo er sich noch nicht wolle erweichen lassen, soll man
ihn fragen: „Lieber freundt, ich sehe, daß es in deinem hertzen
nicht ist, daß du gegen deinen widersacher könntest ein
freundtlich hertz haben: Sag mir aber, möchtest du dir's
nicht wünschen, daß du es thun, vnd ein solches hertz be—
kommen möchtest oder wäre es dir ein Dienst, so man Gott
für dich bete, daß er dir ein solches hertz vnnd gnade ver—
liehe, daß dein hertz gegen deinen feinden stünde, wie deß
HERRN Christi ist gestanden gegen seinen feinden, wie er
denn am Creutz betet für die, so jhn Creutzigten. Wenn
er spricht ja er wollte, daß es auch also wer, aber er be—
finde leider, daß es anders sey, da sol man jhn selbs zum
beten vermahnen, daß er ein solch hertz von Gott begere,
vnnd als denn auff die gnade Gottes, welche Gott nimandt
wil versagen, jhm das heilig Sacrament geben, vnnd hoffen,
Gott werde jnen erleuchten.“ —
Der Abschnitt „Von Christlicher Begrebnuß“ (S. 243
bis 248) gibt Anweisung über „die gute Christliche gewon—
heit des ehrlichen begrebnuß vnserer Eltern, Kinder vnd
freundt.“ 1. Der Sterbefall soll sofort dem Pfarrer an—
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der Beerdigung ist 1 Uhr Nachmittags). 2. Bei der Feier
geht der Pfarrer und Opfermann vor dem Sarge, die Eltern,
Kinder, Freunde des Verstorbenen direkt hinter dem Sarge
und ihnen nach das übrige Gefolge, in guter Ordnung, zu⸗
erst die „in gemeinen Ampten oder sonst ansehnliche Personen
seind, dergleichen die Eltest zuforderst, danach die jungen vnn
andere gemeine Personen.“ „Z3. Wo Schulen sind und Gesang
verlangt wird, sollen Lehrer und Schüler vor der Leiche
hergehen und singen: „Mitten wir im Leben seyn,“ oder
„Auß tieffer nott“ oder dergleichen. 4. Auf dem Kirchhof
soll der Pfarrer nach dem Gesange „eine kurtze Predigt thun,
welche fürnemlich auff den Trost wider den Todt, vnd ver—
manung zur Christlichen busse, vnnd bekehrung zu Gott ge—
richtet sein sol.“ Dann folgt ein Gebet, nach dessen Ver—
lesung der Pfarrer spricht: „Der Herr verleihe vns, das wir
            
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