Full text : Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

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nicht für ein schaden. Sterben ist ja schrecklich, aber diesen
allein, so nichts denn sterben vnd kein Hoffnung deß
künfftgen ewigen lebens haben. Dieselbig hoffnung hast
aber du; was wolltest du darum sehr klagen? Du verleurest
vieleicht zehen oder zwantzig jar, die du sonst lenger hättest
mögen leben: Wer weiß, wie es dir deines leibes vnd
seelen halb, in solcher Zeit würde ergangen sein, jetzundt
aber wirst du durch den todt nur gefordert, das du desto
ehe von allem vnglück entlediget werdest und dort zu den
ewigen gütern kommest.“ — — Der Delinquent wird noch
darauf hingewiesen, daß er nur empfängt, was er verdient
hat, daß er mit diesem seinem Sterben, dem er sich willig
uͤnterzieht, als einer Gottesordnung den letzten Gehorsam
leistet, daß er allen verzeihen müsse. „Achtet die Welt vnd
du solchs schmehlich vnd vnehrlich, So achtet dargegen Gott
vnd alle seine Engel solchen gehorsam, bekenntnus vnd
besserung, ehrlich vnd löblich. Darumb sei getrost, die
schand sol sich in einem augenblick verwandeln, wenn der
Körper in Unehren da am Galgen hangt, oder in der Erden
liget, werden die Engel Gottes dein seel in aller Ehren
Gott entgegentragen: Wie der Herr Christus sagt von dem
armen Lazaro. Solchen trost halt fest vnnd gewiß, vnnd
laß todt, schmach, schandt, Welt bleiben, wie es bleib. — —
Dein glaub an Christum wird dir nicht liegen, wie du
jetzt hie glaubest, so sol dir geschehen dort in jener welt.
Befehl deine Seel deinem treuwen Hirten Christo Ihesu,
vnd fahr hin mit Frieden. Amen.“ In dem folgenden Ab—
schnitt wird Anleitung erteilt, wie sich der Geistliche ver—
halten soll: „Im fal, daß der Gefangen nicht verzeihen
wolt.“ (S. 239243.) Es wird auf die 5. Bitte im
Vaterunser und auf das Gleichnis vom Schalksknecht hin—
gewiesen und ihm, falls er nicht vergibt, auch das Sacrament
des Abendmahls abgeschlagen, „welches vns der höhesten
liebe vnnd trew ermahnet, so vns Christus bewiesen hat,
vns zum Exempel, daß wir auch vnsern nechsten, ja den
feinden, dienen, vergeben vnd sie lieb haben sollen.“
            
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