Full text : Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

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Es würde sich empfehlen, statt der unliturgischen und
auch dogmatisch inkorrekten Formulierung: Mit dir sei der
heilige Geist ꝛc., die den Hauptanstoß gar nicht beseitigt und
dazu unschön ist, einfach zu sprechen: Nimm hin den heiligen
Geist, Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und
Hilfe zu allem Guten, von der gnädigen Hand Gottes des
Vaters und seines Sohnes Jesu Christi. Amen. Der trini—
tarische Charakter ist ja durch das: Nimm den heiligen Geist
im Anfang voll und ganz gewahrt und der dogmatisch falsche
Ausdruck beseitigt.
Der Gang der Konfirmation ist derselbe wie in der ge—
nannten Hessischen K.O. Die Nassauische K. O. bringt nun Seite
166ff. den Abschnitt .vom Abendtmahl des HERRN Jesu
Christi,“ welcher mit der Hessischen K.O. genau stimmt. Je nach—
dem die Gemeinde groß oder klein ist, wird das Abendmahl an
etlichen Orten alle Sonn- und Festtage, an andern alle vierzehn
Tage, an andern jeden Monat, oder alle sechs oder acht Wochen
gehalten. Das Abendmahl für Kranke, Schwache und An—
gefochtene ist auch außerhalb der Abendmahlstermine zulässig.
Wenn es nicht jeden Sonntag gefeiert wird, findet am Tag
vorher eine Vorbereitung statt. Davon handelt der folgende,
auch aus der Hessischen Kirchenordnung entlehnte Abschnitt
„Vonn der Christlichen versammlung, so den tag zuvor ge—
schicht, ehe denn man das Abendmal helt, wie die angestellet,
was darin verhandelt werden soll.“ Am Tag vor dem Abend—
mahle, Nachmittags um 2 oder 3 Uhr findet die Vorbereitung
dazu statt. Diese verläuft also: 1) Es wird ein Psalm
soder auch 2 oder 3) deutsch oder lateinisch (oder auch wohl
eine ganze Vesper, wo Lateinschulen sind) gesungen werden,
„bis so lang das volck zusammen kompt.“ Mit
Recht ist dieser Mißbrauch des Gesanges, der in den letzten
Worten angedeutet ist, in der K. O. von 1618 beseitigt
worden. 2) der Pfarrer hält eine Rede, die höchstens eine
halbe Stunde dauern soll, in welcher er die Bedeutung und
den Ernst der Abendmahlsfeier darlegt und mit allem Fleiß
darauf dringt, „daß dem Volck die gemeine heuchlerische
            
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